Arbeitslosigkeit

Aus Nachhaltige Gesellschaft
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Erwerbsquote & Erwerbstätigenquote in der Europäischen Union 2010[1]


Als Arbeitslosigkeit wird im Zusammenhang mit Lohnarbeit das Fehlen bezahlter Beschäftigungsmöglichkeiten für potenzielle Erwerbspersonen bezeichnet. Im weiteren Sinne ist damit auch das Fehlen anderer hauptsächlich menschlicher Arbeit gemeint.

Inhaltsverzeichnis

Erwerbstätigkeit

Zwischen 1999 und 2008 stieg die Erwerbstätigenquote in der Europäischen Union kontinuierlich von 61,8 auf 65,9 Prozent. Erst die globale Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 hat diesen Trend gestoppt.

Definition der Arbeitslosigkeit

Die rechtliche Definition des Begriffs Arbeitslosigkeit ergibt sich für Deutschland aus dem SGB III. Neben der vorübergehenden Beschäftigungslosigkeit (also dem Fehlen einer mindestens 15 Wochenstunden umfassenden Beschäftigung oder selbständigen Tätigkeit) umfasst der Begriff auch noch die Arbeitslosmeldung bei einer Agentur für Arbeit. Dritte Voraussetzung ist die aktive Suche nach einer versicherungspflichtigen Beschäftigung einschließlich der Verfügbarkeit für die Vermittlungsbemühungen der Arbeitsverwaltung.[2]

Da insbesondere die Beschäftigungslosigkeit in vielen Ländern anders definiert wird, sind nationale Arbeitslosenstatistiken nur eingeschränkt miteinander vergleichbar. Wer beispielsweise in den Niederlanden nur 1 Stunde in der Woche beschäftigt ist, gilt nicht mehr als arbeitslos. In den meisten europäischen Ländern existieren daher zwei Arbeitslosenstatistiken: Eine nach nationaler und eine nach internationaler Definition. (Siehe auch den Artikel Erwerbslose bezüglich des Unterschieds zwischen Erwerbslosenzahl und Arbeitslosenzahl).

Ursachen der Arbeitslosigkeit

Individuelle Ursachen

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Die beliebtesten Ausbildungsberufe von Frauen entsprechen nicht dem Bedarf in den MINT-Bereichen[3]


Geringe Qualifikation

Eine Studie der österreichischen Arbeiterkammer vom Mai 2008 kommt zu dem Ergebnis, dass „Personen mit geringer Qualifikation (d. h. mit maximal Pflichtschulabschluss) ein 2,5-mal höheres Risiko haben, arbeitslos zu werden, als Personen mit weiterführender Ausbildung. Bei Jugendlichen ist dieses Risiko sogar dreimal so groß.“[4]

Falsche Berufe werden angestrebt

Das Angebot an freien Stellen ist unterschiedlich je nach Beruf. Wenn Arbeitssuchende nicht jene Beruf anstreben, bei welchen es offene Stellen gibt, so kann das zu einer Erhöhung der Arbeitslosigkiet führen. Beispielsweise haben junge Italiener sich jahrzehntelang weniger um Lehrstellen gekümmert als um eine Festanstellung in der Verwaltung. Der posto alle poste, der Platz bei der Post oder in der aufgeblasenen staatlichen Bürokratie, galt als beste Zukunftsversicherung. Dem Handwerk fehlt dagegen der Nachwuchs. Italienische Friseure, Tischler und Maler arbeiten in Ermangelung jüngerer Kollegen oftmals noch, wenn sie über 70 sind. [5]. Also müssen die Großeltern für ihre arbeitslosen Enkel mitarbeiten, absurder geht es nicht.

Geringe Gewissenhaftigkeit und/oder Neurotizismus

Analysen des SOEP bezüglich der Big Five zeigen, dass Gewissenhaftigkeit und Neurotizismus in einem starken Zusammenhang mit der Dauer der Arbeitslosigkeit stehen. Gewissenhaftigkeit korreliert negativ mit der Dauer der Arbeitslosigkeit, verkürzt sie also, Neurotizismus verlängert die Dauer der Arbeitslosigkeit. Die Dauer der Beschäftigung ist wiederum positiv korreliert mit Gewissenhaftigkeit und negativ mit Neurotizismus. Für Extraversion und Verträglichkeit konnte kein Zusammenhang festgestellt werden. Offenheit erleichtert die erfolgreiche Jobsuche nur für weibliche Arbeitslose und für Arbeiter mit Migrationshintergrund.[6]

Wirtschaftstheoretische Ursachen

Zu hohe Arbeitskosten

Gemäß neoklassischer Wirtschaftstheorie ist dauerhafte, unfreiwillige Arbeitslosigkeit in einer freien Gesellschaft nicht möglich. Real existierende Arbeitslosigkeit hat ihre Ursache daher in staatlichen Marktbeschränkungen. Diese steigern durch Zwangsabgaben für staatliche Arbeitslosenkassen, durch Mindestlöhne oder andere gesetzliche Vorschriften die Arbeitskosten und senken so die zahlungsbereite Nachfrage nach Arbeitskräften.

Da Arbeitslosigkeit gesamtwirtschaftlich letztlich ein Marktungleichgewicht darstellt, kann nach (neo)klassischer Ansicht dieses idealtypisch nur abgebaut werden, wenn es zu Preissenkungen auf dem Arbeitsmarkt kommt (sich also die Arbeitskosten reduzieren, d. h. Lohn, Lohnnebenkosten, Fixkosten, etc.) oder wenn sich das Arbeitskraftangebot verringert. Vergleiche man verschiedene Zukunftsszenarien, so habe ein Prozent weniger Lohn zwischen 0,5 und 2 Prozent mehr Beschäftigung zur Folge. Diesen Wert bezeichnet man als die Elastizität der Arbeitsnachfrage.

Beschäftigungsgruppe Elastizität der Arbeitsnachfrage
Verarbeitendes Gewerbe in Deutschland 0,96[7]
Verarbeitendes Gewerbe in Großbritannien 1,85[8]
Industrie in den USA 1,92[9]

So erhöhten sich zum Beispiel die Industriearbeiterlöhne (reale Arbeitskosten je Stunde) von 1982 bis 2002 in den USA um 4 %, in den Niederlanden um 20 % und in Westdeutschland einschließlich Westberlin um 38 %. Entsprechend stieg das geleistete Arbeitsvolumen im gleichen Zeitraum in den USA um 36 % und in den Niederlanden um 24 %, während es in Westdeutschland nicht stieg. Hierbei sind jedoch die Auswirkungen des in den USA sehr hohen und in Deutschland recht niedrigen Bevölkerungswachstums nicht herausgerechnet. Auch die infolge der deutschen Einheit deutlich gestiegenen Lohnnebenkosten spielen eine Rolle.

Nach den klassischen und neoklassischen Theorien gilt der Preismechanismus als Ausgleich auch auf dem Arbeitsmarkt. Laut den Arbeitgeberverbänden, die dieser Theorie folgen, müsste bei einem Überangebot an Arbeitskräften der Lohn so lange sinken, bis die Nachfrage nach Arbeitskräften zugenommen hat, das heißt bis Angebot und Nachfrage übereinstimmen. Eine Überprüfung der These ist nur durch Vergleich von Lohnniveau und Arbeitslosigkeit im Binnenmarkt der EU (also den EU-Staaten ohne den Beitrittsländern) bei Eliminierung des Einflusses der Binnenkaufkraft und der Arbeitszeit möglich. Diese Zahlen sind dann allerdings noch vor dem Hintergrund der Migration zu bewerten (d. h. in den EU-Staaten, in denen das Lohnniveau niedrig ist, besteht Abwanderung, was die Arbeitslosigkeit scheinbar senkt).

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ORF Teletext 8. Juni 2013:
Arbeitsplatz-Sicherheit ist laut Umfragen wichtiger als 6 Wochen Urlaub für alle


Allerdings werden aus angebotsorientierter Sicht nicht nur allein die Löhne bzw. die Lohnkosten für die Arbeitslosigkeit verantwortlich gemacht. Auch staatlichen Marktregulierungen sagt man nach, sie können einen Ausgleich auf dem Arbeitsmarkt verhindern, indem sie z. B. das Entstehen neuer Unternehmen − etwa im Dienstleistungssektor − an Stelle schrumpfender Branchen, also den Strukturwandel behindern. Regulierungen auf dem Arbeitsmarkt können auch unmittelbar die Schaffung von Arbeitsplätzen behindern.

Hohe Lohnsteigerungen und Mindestlöhne in Frankreich

Nach einer Studie des französischen Sachverständigenrates Conseil d’analyse économique sind die französischen Lohnsteigerungen eine Hauptursache für die hohe Arbeitslosigkeit, weil sie das Produktivitätswachstum seit 2008 deutlich übersteigen. Die französischen Löhne stiegen seit 2008 im Privatsektor real durchschnittlich um 0,8 Prozent im Jahr, während sie in den Niederlanden, Italien, Spanien und Großbritannien fielen. Aus Gründen des sozialen Friedens und des Erhalts von Arbeitsanreizen wollten die französischen Unternehmen die Löhne nicht senken, schreiben die Autoren der Studie. Auch die automatische, weil an die Inflation gekoppelte Anhebung des staatlichen Mindestlohnes habe die Löhne in die Höhe getrieben. Die jungen Leute hindere der Mindestlohn oft auch am Berufseinstieg. Das Institut des Politiques Publiques verweist zudem auf die lange Bezugsdauer von Arbeitslosenhilfe in Frankreich. Diese würde den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt verzögern.[10]

Den Menschen ist die Arbeitsplatzsicherheit wichtiger als mehr Urlaub

Gemäß einem Bericht der Wiener Zeitung vom 7.6.2013 [11] bewirkten SPÖ-interne Umfragen eine Änderung der SPÖ-Parteilinie beim Thema 6. Urlaubswoche auch für Arbeitnehmer, welche nicht 25 Jahre beim gleichen Betrieb beschäftigt waren. Die Partei klopfte mit Umfragen Wahlkampfthemen ab und kam darauf: "Den Menschen ist die Sicherheit des Arbeitsplatzes derzeit wichtiger als mehr Urlaub", so ein Parteiinsider. Die Kampagnen von Vertretern der Wirtschaft, welche mit dem Wissen um die Elastizität der Arbeitsnachfrage besser vertraut sind als viele Gewerkschafter, zeigten offenbar Wirkung. Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung zeigten die Gefahren einer Erhöhung der Arbeitslosigkiet durch eine sechste Urlaubswoche auf und legten dar, dass gewisse Stellenstreichungen automatisch die Konsequenz wären, sollten sich die Kosten pro Arbeiter durch die sechste Urlaubswoche verteuern. In der Tatsache, dass der ÖGB in mehreren Themen wie auch dem Eintreten für Vermögenssteuer und Erbschaftssteuer (im Unterschied zur SPÖ bereits) weit unter 1 Mio. € nicht mehr die Mehrheit der Menschen vertritt, ist auch ein Grund dafür zu suchen, dass die Gewerkschaft seit Jahren mit einem enormen Mitgliederschwund konfrontiert ist. Die Gewerkschaften haben auch (besonders in vielen südlichen EU-Ländern) das Gefühl dafür verloren, dass sie durch überzogene Forderungen, welche die Arbeitskosten verteuern, die Arbeitsplätze ihrer Mitglieder gefährden, und dass das auch die Mehrzahl der Steuerzahler so sieht.

Überdurchschnittlich hohe Staatsverschuldung bewirkt hohe Arbeitslosenquoten

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Staatsverschuldung und Arbeitslosenquote 2013 und 2014
für ausgewählte europäische Länder,
Quelle: Eigene Darstellung/Europäische Kommission[12]

2013 werde für die Euroländer ein weiteres Krisenjahr, so die Konjunkturprognose der Europäischen Kommission, die am 22. Februar 2013 veröffentlicht wurde.

Diese Prognose hat sich ja inzwischen in der Realität bestätigt. Für 2014 sagten die EU-Experten für die europäische Wirtschaft wieder schwarze Zahlen voraus. Bis dahin jedoch rechnet man für die 17 Euro-Länder mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 0,3 Prozent.

Auch die Arbeitslosigkeit in der Eurozone steigt auf mehr als 12,0 Prozent an, so die Berechnungen aus Brüssel. Für die Krisenländer der Eurozone wie Griechenland und Spanien sind die Aussichten noch trüber. Für beide Länder wird dieses Jahr mit einer Arbeitslosenquote von jeweils rund 27,0 Prozent gerechnet. Die griechische Staatsverschuldung wird für das laufende Jahr auf 4,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes geschätzt, für 2014 wird ein Defizit von 3,5 Prozent erwartet. Der spanische Staatshaushalt ist mit 6,7 Prozent (2013) beziehungsweise 7,2 Prozent (2014) noch tiefer in den roten Zahlen.

Hohe Budgetdefizite führten zu "Schwerer Rezession"

Bis 2014 wird die viertgrößte Volkswirtschaft Europas, Spanien, um 1,4 Prozent pro Jahr schrumpfen. Das wird die Arbeitslosigkeit laut Einschätzung der Kommission in Spanien auf 26,6 Prozent ansteigen lassen (von aktuell 25 Prozent). In Italien dürfte die Arbeitslosenrate 2013 auf 11,5 Prozent ansteigen, das sind nahezu zwei Prozentpunkte mehr, als die EU-Kommission noch im Mai erwartet hatte. "Die Prognose der EU-Kommission zeigte bereits 2012, dass die Eurozone 2012 in einer schweren Rezession war und 2012 keine angemessene Antwort auf diese Rezession gefunden hatte", sagte Guntram Wolff, Ökonom der Brüsseler Denkfabrik Bruegel. Die Folge des schwachen Wachstums und der grassierenden Arbeitslosigkeit: Auch die Budgetsituation vieler europäischer Länder bleibt angespannt. Besonders weit ist Spanien von der erfolgreichen Konsolidierung entfernt. Das offizielle Defizitziel von drei Prozent würde das Land 2013 klar verpassen, auch für 2014 rechnete die Kommission mit einem Defizit von 6,4 Prozent. Angesichts dieser massiven Verfehlung der Maastricht-Kriterien hatte die EU-Kommission Spanien aufgefordert, die Strukturreformen weiter voranzutreiben, sagte Rehn.[13]

Zuwanderung, Kriterien f. Arbeitslosengeld & Notstandshilfe, falsche Studienwahl

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AMS:Zuwanderung schuld an Arbeitslosigkeit?
ORF2 Teletext Do.2.4.2015


AMS-Chef Johannes Kopf sieht für Österreich mittelfristig Vorteile durch die Zuwanderung, momentan würde aber weniger davon den Arbeitsmarkt etwas entlasten. Änderungen kann er sich beim Arbeitslosengeld bzw. bei der Notstandshilfe vorstellen. Die Zuwanderer würden zwar den Österreichern keine Jobs wegnehmen, sie würden aber andere, schlechter ausgebildete, Ausländer verdrängen. Dass die Arbeitslosigkeit in Österreich wesentlich höher als in Deutschland ist, führt AMS-Chef Buchinger vor allem darauf zurück, dass dort die Zuwanderung aus den Nachbarländern nur halb so groß ist wie in Osterreich. Im Vorjahr hatte Deutschland insgesamt 437.000 Zuwanderer - und das zehn mal kleinere Österreich 55.000, dazu Einpendler aus Ungarn", so Kopf im "profil". Vor 20 Jahren hätten 20.000 Deutsche in Österreich gearbeitet, nun seien es fast 100.000. Die Deutschen seien gemeinsam mit den Ungarn die stärkste Zuwanderungsgruppe, und die Arbeitnehmer aus diesen Ländern seien sehr gut ausgebildet.[14]

Dadurch komme es zu einer Verdrängung, denn die Anforderungen an die Arbeitnehmer würden immer mehr. "Ein Lagerarbeiter musste früher nur stark sein. Heute muss er Stapler fahren und Lagerlogistiksoftware bedienen können", gibt Kopf zu bedenken.

Dass eine Heraufsetzung des Pensionsalters die Arbeitslosenproblematik noch verschärfen würde, befürchtet Kopf nicht. "Es gibt keine fixe Anzahl von Jobs. Daher führt ein höheres Pensionsantrittsalter nicht automatisch zu mehr Arbeitslosigkeit", erklärte der AMS-Chef.

Notstandshilfe schrittweise absenken
Änderungen kann er sich beim Arbeitslosengeld bzw. bei der Notstandshilfe vorstellen. Derzeit gelte die Notstandshilfe lebenslang, hier wäre es überlegenswert, diese schrittweise abzusenken. Dies würde auch vor der Inaktivitätsfalle schützen. "Ein Ehepaar mit drei kleinen Kindern kommt mit Mindestsicherung und Familienzuschlag auf 1.800 Euro im Monat. So viel würde der Mann nie verdienen, wenn er arbeiten ginge", rechnete Kopf vor.

Er wünscht sich auch Änderungen bei der Mindestarbeitszeit von Jungeltern: "Viele melden sich arbeitslos, wenn das Kindergeld ausläuft. Derzeit sagt das Gesetz: Jungeltern müssen nur 16 Stunden pro Woche verfügbar sein. Diese 16-Stunden-Jobs gibt es aber in der Realität nicht; wir hatten österreichweit 2014 nur 800 solcher Stellen - mit 20 Stunden aber 26.000. Also erfinden wir 16-Stunden-Arbeitsmarktkurse und bezahlen den Müttern Arbeitslosengeld. Das ist doch absurd."[14]

Dass selbst Jungakademiker Probleme hätten, einen Job zu bekommen, relativiert Kopf. Wichtig sei die richtige Wahl des Studiums. "Das Phänomen der kurzfristigen Praktika konzentriert sich stark auf gewisse Studienrichtungen, etwa Theaterwissenschaften oder auch Journalismus. Es gibt beliebte Studien, bei denen mir außer eine Uni-Karriere nicht einmal theoretisch ein Job einfällt, etwa die Kombination aus Pädagogik und Englisch - aber weder für Dolmetschen noch für Lehramt", so Kopf.

Kopf sieht aber nicht nur die Arbeitssuchenden, sondern auch die Unternehmer gefordert: "Manche Betriebe versuchen Auslastungsschwankungen zu optimieren. Da werden Beschäftigte für zwei, drei Wochen arbeitslos gemeldet. Davon haben wir Zehntausende Fälle pro Jahr. Ich kenne einen Steuerberater, der empfiehlt das seinen Kunden sogar. Sozialschmarotzer können also auch Unternehmen wie ein Rechtsanwalt oder ein Hotelier sein."[14]

Nur 7-9 % der Flüchtlinge sind kurzfristig in den Arbeitsmarkt integrierbar

Findet die Regierung jetzt langsam in die Realität zurück?
Finanzminister Schelling sieht die Lage von Asylberechtigten auf dem Arbeitsmarkt äußerst skeptisch.[15]

Josef Urschitz am 14. November 2015 in "Die Presse": Jetzt wird die Sicht auf die Flüchtlings-/Migrationskrise offenbar auch in Teilen der Regierung kritischer: Finanzminister Schelling etwa sagte am 13. November 2015, nur sieben bis neun Prozent der jetzt Ankommenden seien kurzfristig in den Arbeitsmarkt integrierbar, die Übrigen würden für längere Zeit in der Mindestsicherung landen. Das ist die erste Aussage eines Regierungsmitglieds, die sich mit Erfahrungen aus Deutschland, Schweden und anderen Zielländern deckt. Das konterkariert doch sehr die bisherigen Happy-Pepi-Statements einiger Politiker, Ökonomen und offenbar auf Billigstarbeitskräfte hoffender Industrieller, die davon gesprochen haben, man könne Zehntausende mit sehr niedrigem Qualifikationsniveau einfach so blitzartig in den ohnehin angespannten Arbeitsmarkt integrieren – und das Ganze werde dann einen Konjunkturimpuls auslösen.[15]

Und es relativiert den dümmlichen, auch hierzulande zuletzt häufig gehörten Spruch, es gebe „keine Obergrenze“ für den Zuzug. Natürlich gibt es die. Als Faustregel kann gelten: Mindestsicherung für 100.000 Personen kostet eine Milliarde im Jahr. Das hält das Land aus. Landwirtschaft, Bundesbahn und Verwaltungsineffizienz verschlingen deutlich mehr Steuergeld. Aber wenn die Zuwanderungswelle (samt erwartbarem Familiennachzug) nicht abebbt – und derzeit deutet nichts darauf hin –, dann türmt sich mit der Zeit eben Milliarde auf Milliarde. Und irgendwann ist dann Schluss mit der Finanzierung des Sozialsystems. Die Regierung würde gut daran tun, diese Grenze halbwegs zu definieren und ihre mittelfristige Asylpolitik danach auszurichten. Das ist zwar schwierig, wenn man aktuell nicht einmal die Grenze wirklich unter Kontrolle hat. Aber die inhumanste Politik wäre, sich von den Ereignissen einfach planlos überrollen zu lassen – und am Ende dann mit einem kaputten Sozialsystem für alle dazustehen. In diesem Sinn ist es gut, dass wenigstens ein paar Regierungsmitglieder zur Realität zurückzufinden scheinen.[15]

Lösungsansätze zur Reduktion der Arbeitslosigkeit

Individuelle Maßnahmen

  • Höhere Qualifikation
  • Bessere Berufsberatung über jene Berufe, bei welchen Arbeitskräfte gesucht werden
  • Weiterbildungsmaßnahmen
  • Arbeiten an persönlichen Defiziten, soweit dies möglich ist, und nicht unbehebbare gesundheitliche Restriktionen vorliegen

Maßnahmen gegen politisch bedingte Ursachen

  • Abbau von Lohn-Rigiditäten (Notwendigkeit, vereinbarte Löhne zu zahlen) durch Öffnungsklauseln in Tarifverträgen, die bei Schwierigkeiten des Unternehmens oder bei Wettbewerbsproblemen niedrigere Löhne als im Tarifvertrag vorgesehen erlauben. Verschiedene Tarifverträge der jüngsten Zeit enthalten solche Klauseln, die ein Teilabweichen vom Flächentarifvertrag erlauben.
  • Lohnabstandsgebot: Das Arbeitslosengeld soll so bemessen sein, dass sich die Aufnahme einer gering bezahlten Tätigkeit lohnt.
  • Flexibilität der Arbeitszeit: mit Verkürzungen bei schlechter und Verlängerungen bei guter Auftragslage. Dieses würde im Abschwung Entlassungen verhindern.
  • Abbau von Arbeitsmarktregulierungen, z. B. ein abgeschwächter Kündigungsschutz und vereinfachte Möglichkeiten, befristete Arbeitsverträge abzuschließen.

Vollbeschäftigung durch Lohnsystem mit Gewinn-Beteiligung

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Univ.-Prof. Christoph Braunschweig
Wirtschaftsuniversität Jekaterinburg

Arbeitslosigkeit ist laut [16] letztlich immer eine Frage des Verhältnisses von Arbeitskosten und Arbeitsproduktivität. Es muss bei Arbeitslosigkeit also entweder die Produktivität an die Löhne herangeführt werden oder die Löhne an die Produktivität. Die Lohnformel des Sachverständigenrates – die Reallöhne können in demselben Maße erhöht werden, wie die Produktivität steigt – ist in dieser Situation falsch. Denn es ergeben sich rechnerisch erhebliche Produktivitätszuwächse lediglich deshalb, weil Arbeitnehmer entlassen werden. Zur Verdeutlichung: In einer Volkswirtschaft gibt es drei Arbeiter mit einer Produktivität von 90, 100 und 110, im Durchschnitt demnach 100. Beträgt der Lohn 90, so können alle drei beschäftigt werden. Steigt er auf 98, so wird auf einem Arbeitsplatz der Lohn nicht mehr erwirtschaftet. Der betreffende Arbeitnehmer wird entlassen. Die statistisch gemessene Produktivität steigt um fünf Prozent auf 105 (Durchschnitt aus 100 und 110). Verfährt man nun nach der Regel des Sachverständigenrates und erhöht die Löhne um fünf Prozent, so wird auch der zweite Arbeitnehmer noch arbeitslos. Die Formel des Sachverständigenrates vergrößert also die Arbeitslosigkeit. Jedes Unternehmen stellt solange zusätzliche Arbeitskräfte ein, als diese mehr einbringen als sie kosten. Ist das, was ein Mitarbeiter an Werten schafft, geringer als das, was er dem Unternehmen an Kosten verursacht, dann erleidet das Unternehmen entsprechend Verlust. Und da sich das kein Unternehmen auf Dauer leisten kann, wird der Arbeitsplatz wegrationalisiert bzw. abgebaut. Es ist natürlich zu bedenken, dass die Arbeitnehmerschaft bei Arbeitslosigkeit mehr verdient als bei Vollbeschäftigung. Deshalb vertreten die Gewerkschaften ja auch stets nur die Interessen der Arbeitsplatzinhaber, nicht aber die Interessen der Arbeitslosen. Würde z. B. die Beschäftigung um vier Prozent sinken, wenn der Lohn um zehn Prozent steigt, dann wäre die gesamte Lohnsumme für die Arbeitsplatz-Besitzer immer noch höher als im Ausgangszustand. Unter solchen Verhältnissen könnte es für die Arbeitnehmer in ihrer Gesamtheit rational sein, ein gewisses Maß an allgemeiner Unterbeschäftigung bewusst hinzunehmen – dies eben zu Lasten derjenigen, die keinen Arbeitsplatz haben und nun auch kaum noch bekommen können. Alle empirischen Untersuchungen führten allerdings zu dem Ergebnis, dass Vollbeschäftigung sowohl für die Unternehmen als auch für die Arbeitnehmer vorteilhafter ist als Unterbeschäftigung. Arbeitslosigkeit ist also – abgesehen von dem Leid der Betroffenen – ein gesellschaftlich irrationaler Zustand. Diese Irrationalität ist aber in fast allen westlichen Wohlfahrts-Demokratien zum Normalfall geworden.

Die Ökonomen suchen seit eh und je nach praktikablen Wegen, um eine nachhaltige und stetige Vollbeschäftigung zu erreichen. Die „Mainstream-Ökonomen“ aus der Makroökonomie und ihr einseitig nachfrageorientiertes Gewerkschaftslohnmodell a la Keynes sind daran gescheitert. Sie haben die Arbeitslosigkeit im Endeffekt verstärkt und verfestigt. Obendrein haben sie die Staatsverschuldung in astronomische Höhen getrieben. Anders die Vertreter der „Österreichischen Schule der Nationalökonomie“: Sie halten sich an den Vorschlag, den der amerikanische Ökonom Martin Weitzmann gemacht hat, und der das Problem im Prinzip lösen würde. Die Idee besteht darin, die Löhne teilweise gewinnabhängig zu gestalten: So möge z. B. ein Unternehmen eine Wertschöpfung von 1200 aufweisen, von denen 1000 auf die Löhne und 200 auf den Gewinn entfallen. Bei 100 Arbeitnehmern verdient jeder im statistischen Durchschnitt 10. Jetzt schließt das Unternehmen mit seinen Arbeitnehmern einen Vertrag ab, wonach der Festlohn um 20 Prozent gekürzt wird und die Arbeitnehmer zum Ausgleich die Hälfte des Gewinns erhalten. Bei einer Wertschöpfung in Höhe von 1200 sinkt die Lohnsumme also auf 800; der Gewinn steigt auf 400. Da die Arbeitnehmer die Hälfte des Gewinns erhalten, bleibt ihr Gesamteinkommen 1000, und der Gewinnanteil der Unternehmenseigner bleibt ebenso 200. Soweit ändert sich nichts. Die Beschäftigungspolitik ändert sich aber dramatisch. Angenommen, der Beitrag des letzten Arbeitnehmers zur Wertschöpfung sei gerade so hoch wie sein Lohn, also 10, weitere acht Arbeitnehmer würden nur noch zusätzliche Werte von je 9 schaffen. Bei einem festen Lohn in Höhe von 10 würden sie also auf Dauer nicht beschäftigt werden können. Bei einem Lohn von 8 plus der Gewinnbeteiligung wird die Einstellung für das Unternehmen aber rentabel: Jeder zusätzliche Arbeitnehmer erhöht den Gewinn um 1. Auch wenn die Unternehmenseigner davon nur die Hälfte bekommen, lohn sich die Mehrbeschäftigung, Einstellungen sind also die Folge.[16]

Umgekehrt gilt das ebenso: Gehen die Geschäfte des Unternehmens schlechter, dann heißt das, dass die Wertschöpfung pro Arbeitnehmer sinkt. Bei festem Lohn entlässt das Unternehmen alle Arbeitnehmer, die weniger als 10 zum Ergebnis beitragen. Im Gewinn-Beteiligungsmodell dagegen ist ein Beschäftigter immer noch rentabel, wenn er 8 zur Wertschöpfung beiträgt. Das bedeutet konkret: Im Festlohnmodell wird sich das Unternehmen dadurch einer geringeren Nachfrage anpassen, dass es die Produktion herunterfährt; im Gewinn-Beteiligungsmodell dagegen senkt es die Preise und hält die Beschäftigung aufrecht. Die Arbeitsplätze werden sicherer. Dafür kann das Einkommen der Arbeitnehmer schwanken – freilich nur für den Teil, der gewinnabhängig ist. Würde man dieses Modell flächendeckend einführen, so wäre die Arbeitslosigkeit mit an Gewissheit grenzender Wahrscheinlichkeit überwunden, und eine Rezession würde zwar verbreitet zu Preissenkungen führen, die Arbeitslosigkeit aber kaum ansteigen lassen.

Das Modell hat aber noch eine Reihe weiterer Vorteile. Der Betriebsrat wäre in einer ganz anderen Rolle als heute: Er müsste sich um den Gewinn kümmern, also versuchen, dass möglichst effizient gearbeitet wird und dass Verschwendung verhindert wird. Der Konflikt über die Höhe der Löhne und der Gewinnbeteiligung bliebe bestehen. Ist beides verhandelt, dann wird der Betriebsrat automatisch zum Verbündeten der Unternehmensleitung. Der ständige Strukturwandel würde zum Vorteil der gesamten Volkswirtschaft wesentlich schneller bewältigt und somit die Arbeitsplätze immer sicherer. Schrumpfende Unternehmen und Branchen müssen heute Arbeitnehmer entlassen. Im Gewinn-Beteiligungsmodell hätten diese Unternehmen niedrigere Gewinne, die Arbeitnehmer also geringere Zuflüsse aus Gewinnbeteiligung. Junge und mobile Arbeitnehmer würden dann abwandern. Heute werden Arbeitnehmer aus schrumpfenden Unternehmen herausgedrückt, während sie im Gewinn-Beteiligungsmodell herausgesogen würden. Mobilität ist unerlässlich – sie nähme aber humanere Züge an.[16]

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Rund 1,3 Millionen Facharbeiter und Meister fehlen im MINT-Bereich von 2015 bis Ende 2020[3]


Das Gewinn-Beteiligungsmodell führt in Höhe der Gewinnbeteiligung zu einem überschaubaren Einkommensrisiko für die Arbeitnehmer. Dafür vermindert sich das Arbeitsplatzrisiko ganz erheblich. Dem Einkommensrisiko steht darüber hinaus die Chance gegenüber, das die Gewinnbeteiligung höher ausfällt, als bei Vertragsabschluss angenommen wurde. Es handelt sich also um eine sog. „Win-win-Situation“, deren Realisierung lediglich voraussetzt, dass alle Beteiligten ihre eigenen Interessen wahrnehmen. Zu den Gewinnern würde selbstverständlich auch der Staat zählen. Denn wie sagte schon der damalige SPD-Bundeskanzler Willy Brand: „Nichts ist teurer und unsinniger als Arbeitslosigkeit zu finanzieren.“ Was im Übrigen die Höhe der Netto-Löhne angeht, so ist Folgendes zu beachten: Die Sozialsysteme sind so konstruiert, dass sie zwangsläufig zu einem System der Ausbeutung der Versichertengemeinschaft durch die Versicherten geworden sind. Weil viele etwas herausholen wollen, müssen alle viel bezahlen. Individuelle Rationalität wird zu kollektiver Irrationalität. Könnten die Arbeitnehmer selbst für Krankheit, Alter und Arbeitslosigkeit vorsorgen und würden die Sozialbeiträge und Steuern entsprechend gekürzt, so ließen sich die Netto-Löhne mehr als verdoppeln! Die hier kurz skizzierten Veränderungen des Lohn- und Sozialsystems haben nur einen einzigen, aber wohl entscheidenden Nachteil: Viele Gewerkschafts- und Sozialstaatsfunktionäre sowie Sozialpolitiker müssten sich neue Arbeitsplätze suchen. Eventuell wären sie sogar gezwungen, sich eine produktive Arbeitsbetätigung zu suchen. Das wird diese privilegierte Funktionärs-Kaste sicher auch in Zukunft erfolgreich zu verhindern wissen. [16] [17] [18] [19]

“fit2work” statt Invaliditätspension - 13.000 Teilnehmer im Jahr 2014

Rund 13.000 Menschen haben im Jahr 2014 laut ORF2-Teletext (31.12.2014 S.114) freiwillig “fit to work” gemacht. “fit2work” ist jenes Programm des Sozialministeriums, das verhindern soll, dass Leute nicht mehr arbeiten können und in Invaliditätspension gehen. Ob Burnout, psychische Probleme oder Erkrankungen des Bewegungs-Apparats, immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leiden unter diesen Beschwerden. Damit sie länger und besser im Arbeitsmarkt gehalten werden können, wurde vom Sozialministerium Österreichs das Programm “fit2work” initiiert. Und immer mehr Menschen nehmen diese Unterstützung laut Ministerium auch an.[20]

Änderungen bei Kriterien für Arbeitslosengeld bzw. Notstandshilfe

AMS-Chef Johannes Kopf kann sich Änderungen beim Arbeitslosengeld bzw. bei der Notstandshilfe vorstellen.[14] Derzeit gelte die Notstandshilfe lebenslang, hier wäre es überlegenswert, diese schrittweise abzusenken. Dies würde auch vor der Inaktivitätsfalle schützen. "Ein Ehepaar mit drei kleinen Kindern kommt mit Mindestsicherung und Familienzuschlag auf 1.800 Euro im Monat. So viel würde der Mann nie verdienen, wenn er arbeiten ginge", rechnete Kopf vor. Er wünscht sich auch Änderungen bei der Mindestarbeitszeit von Jungeltern: "Viele melden sich arbeitslos, wenn das Kindergeld ausläuft. Derzeit sagt das Gesetz: Jungeltern müssen nur 16 Stunden pro Woche verfügbar sein. Diese 16-Stunden-Jobs gibt es aber in der Realität nicht; wir hatten Österreich-weit 2014 nur 800 solcher Stellen - mit 20 Stunden aber 26.000. Also erfinden wir 16-Stunden-Arbeitsmarktkurse und bezahlen den Müttern Arbeitslosengeld. Das ist doch absurd.

Kopf sieht aber nicht nur die Arbeitssuchenden, sondern auch die Unternehmer gefordert: "Manche Betriebe versuchen Auslastungsschwankungen zu optimieren. Da werden Beschäftigte für zwei, drei Wochen arbeitslos gemeldet. Davon haben wir Zehntausende Fälle pro Jahr. Ich kenne einen Steuerberater, der empfiehlt das seinen Kunden sogar. Sozialschmarotzer können also auch Unternehmen wie ein Rechtsanwalt oder ein Hotelier sein.[14]

Schelling (ÖVP) schlägt für Österreich Hartz-IV-Modell vor (Juli 2015)

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Finanzminister Schelling sieht Lösung des Arbeitslosenproblems in deutschem Vorbild

Das Arbeitslosengeld sei fast genauso hoch wie das Arbeitseinkommen, kritisiert der Finanzminister. Auch plädiert er für das Leistungsprinzip. Im Unterschied zu den realpolitisch in Deutschland bewährten Vorschlägen von Schelling (ÖVP) protestierten SPÖ, ÖGB und Grüne umgehend gegen Schellings Vorschlag ohne eigene Konzepte, wie man der steigenden Arbeitslosigkeit beikommen kann.[21]

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) ist der Meinung, dass in Österreich das Arbeitslosengeld zu hoch sei. Das sagte Schelling am Samstag, dem 25. Juli 2015 im Interview mit dem „Standard". In Österreich sei es auch deshalb „schwer, Arbeitskräfte zu finden, weil das Arbeitslosengeld fast genauso hoch ist wie das Arbeitseinkommen. Weiters sprach sich Schelling dafür aus, Sozialleistungen wie die Gratiszahnspange nach Einkommenshöhe sozial zu staffeln.

Als Vorbild nannte der Finanzminister das deutsche „Hartz IV"-Modell. In Deutschland gibt es mit Hartz IV ein Modell, das offenbar besser funktioniert“, so der ÖVP-Politiker und frühere Manager. Reformen nach dem deutschen Hartz IV-Modell hatte bereits im Juni die Industriellenvereinigung gefordert, etwa Mini-Jobs, um Arbeitslose früher in den Arbeitsmarkt wieder einzugliedern.[21]

Schelling: "Leistung muss belohnt werden"

Schelling wandte sich im Interview weiters gegen das Modell eines bedingungslosen Grundeinkommens und sprach sich für das Leistungsprinzip aus. „Leistung muss belohnt werden, das ist nichts, was einem zusteht.“ Wer 500.000 Euro im Jahr verdiene brauche keinen Anspruch auf eine Gratiszahnspange für sein Kind, „das hätte man sozial staffeln müssen". „Wir haben uns zu einer Neidgesellschaft entwickelt. Neid muss man sich aber verdienen, Mitleid bekommt man umsonst“, meinte der Finanzminister. Der im Finden von Lösungen unerfahrene SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid rief die ÖVP dazu auf, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, ohne selbst rasch realisierbare Wege zur Senkung der Arbeitslosenzahlen anbieten zu können. Auch die Grünen haben außer Ablehnung der konstruktiven Vorschläge Schellings keine realpolitisch umsetzbaren eigenen Ideen, wie man die Arbeitslosigkeit ähnlich wirksam, wie es Deutschland mit Hartz-IV ja schon vorgezeigt hat, reduzieren könne.[21]

ÖGB-Präsident Erich Foglar meinte, Hartz IV habe durch Senkung von Löhnen zur Schaffung eines Billigarbeitsmarktes geführt. FSG-Vorsitzender Wolfgang Katzian erläuterte, dass durch Hartz IV in Deutschland die Zahl der Menschen, die unter ihrem Qualifikationsniveau arbeiten, gestiegen sei. In Summe hat Deutschand mit diesen Maßnahmen jedoch im Unterschied zu früher heute eine geringere Arbeitslosenquote als Österreich. Die SPÖ unter Werner Faymann, der wegen Verschlechterung aller Wirtschaftskennzahlen, Zurückfallen in den Rankings der Wettbewerbsfähigkeit, Destabilisierung des Pensionssystems und Anstieg der Arbeitslosenquoten in Österreich aus ständigen Ablösediskussionen nicht mehr herausfindet, und der ÖGB haben wirksame Maßnahmen gegen die 2015 stark gestiegene Arbeitslosigkeit bisher verhindert.

Im Unterschied zu SPÖ, ÖGB und Grünen, welche Schellings Vorschlag ohne Angabe von Alternativen kritisierten, hat neben der ÖVP auch die FPÖ Ende Juli 2015 Lösungen gegen die Arbeitslosigkeit anzubieten:

Die Mindestsicherung biete die falschen Anreize, sagte FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl durchaus in Übereinstimmung mit den Äußerungen von Finanzminister Schelling. Er könne sich vorstellen, die Höhe bzw. Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes flexibler zu gestalten: „Wer zum Beispiel nach langer Erwerbstätigkeit einmal in Arbeitslosigkeit gerät, könnte einen höheren Betrag erhalten als Personen, die immer wieder nach Erreichen des Zeitlimits für die Anspruchsberechtigung, in eine Pause der Arbeitslosigkeit gehen und bei welchen so das Arbeitslosengeld zu einem systematischen Teil des Einkommens wird."[21]

Hans-Werner Sinn: "Rentenalter anheben & Mindestlohn abschaffen, Volksbefragung über Einwanderung

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Hans-Werner Sinn: "Rentenalter anheben & Mindestlohn abschaffen[22]


Die Deutschen sollen nach Meinung von ifo-Präsident Hans-Werner Sinn länger arbeiten, um die Kosten der Flüchtlingsintegration stemmen zu können. Auch der Mindestlohn müsse abgeschafft werden. Konkret forderte er, den Mindestlohn abzuschaffen, weil nur so genug Jobs für die Flüchtlinge entstünden. Die Asylbewerber verfügten seiner Ansicht nach zu einem großen Teil nur über eine niedrige Qualifikation. Aber würde dann die Stimmung innerhalb der Gesellschaft nicht endgültig kippen?[22]

Mindestlohn abschaffen

"Mehr Geschäftsmodelle für Geringqualifizierte werden erst dann rentabel, wenn der Lohn für einfache Arbeit fällt." Sinn weiter: "Wenn die Zuwandernden keine Stellen kriegen, werden sie nicht integriert, und dann werden wir erhebliche Spannungen in der Gesellschaft bekommen. Dann kippt die Stimmung erst recht", so Sinn. Nach Einschätzung von Sinn wird durch die Zuwanderung Druck auf die Löhne in Deutschland und Österreich ausgeübt, wodurch die sozialen Unterschiede zunähmen. "Wenn Geringqualifizierte zuwandern, wird die Einkommensverteilung ungleicher. Das ist immer so. Und es wird immer teurer, das durch den Sozialstaat auszugleichen. Insofern drohen uns amerikanische Verhältnisse."[22]

Rentenalter und Pensionsantrittsalter von Frauen und Landesbeamten in Österreich rauf

Aus der Sicht von Hans-Werner Sinn müssen die Deutschen länger arbeiten, um die Kosten der Integration der Flüchtlinge stemmen zu können. In Österreich ist zunächst das Pensionsantrittsalter privilegierter Gruppen wie der Frauen und Wiener Landesbeamten auf 65 anzugleichen, wie dies für die meisten Österreicher bereits gilt. Österreichs Frauen haben um den Preis extrem hoher Steuerzahlerzuschüsse zu den Pensionen der Frauen und der Wiener Landesbeamten weltweit die höchste Verweildauer in der Pension. "Wir sollten lieber das Rentenalter heraufsetzen und damit die Erwerbsquote erhöhen, um die Flüchtlinge zu ernähren. Die Alten werden im Übrigen gebraucht, um die Flüchtlinge anzulernen." Wegen ihrer überwiegend niedrigen Qualifikation würden die Migranten die Rentenkassen vorerst nicht ausreichend entlasten.[22]

Staaten Europas müssen die gemeinsame Außengrenze sichern

Sinn sprach sich daher in der "Zeit" am 7.10.2015 dafür aus, den Flüchtlingsstrom zu begrenzen. Die Staaten Europas müssten "die gemeinsame Außengrenze sichern – und wenn das nicht passiert, eben doch die eigenen Grenzen. Eine Welt ohne Grenzen, in der sich jeder nimmt, was er gern hätte, kann nicht funktionieren. Das ist eine Wildwestgesellschaft mit allem, was dazugehört."[22]

Patzelt für Volksbefragung, ob Österreich und Deutschland Einwanderungsländer werden wollen

Politologe Werner Patzelt (TU Dresden) ist sicher: Die Flüchtlinge werden zu einem Problem für unsere Gesellschaft. Die Politik in Österreich und Deutschland habe es versäumt, das Volk überhaupt zu fragen, ob man Einwanderungsland sein wolle.[22]

Fachkräftemangel in medizinischen & technischen Berufen

Fachkräftemangel in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften & Technik

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Gute Verdienstmöglichkeiten durch Qualifikation[3]

In Deutschland fehlen im Herbst 2014 rund 123.500 Fachkräfte aus den MINT-Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Gesucht werden aber nicht nur Akademiker wie Ingenieure und Physiker, sondern vor allem Arbeitskräfte mit einer MINT-Berufsausbildung. 60 Prozent der offenen Stellen entfallen auf Facharbeiter, Meister oder Techniker. In der Zukunft wird sich der Fachkräftemangel im Bereich der Nicht-Akademiker dramatisch verschärfen. Bis zum Jahr 2020 macht der MINT-Herbstreport des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) eine Lücke von 1,3 Millionen Fachkräften aus, allein 670.000 Arbeitskräfte werden schon aus Altergründen ausscheiden. Diese Lücke werde sich trotz aller Anstrengungen nicht schließen lassen, warnte IW-Experte Axel Plünnecke. Die Chancen auf mehr Wachstum und Wohlstand würden dadurch vermindert. Entwarnung gab das Institut dagegen beim Akademikermangel: Die Lücke von derzeit knapp 50.000 fehlenden MINT-Kräften mit Hochschulabschluss werde sich bis zum Jahr 2020 nur auf rund 70.000 erhöhen. Diese Lücke könne aber leicht geschlossen werden, wenn die Akademiker ein Jahr länger arbeiteten als bislang und weiterhin hoch qualifizierte Zuwanderer nach Deutschland kommen.

MINT-Akademiker erzielen zweithöchste Lohnprämien
Ein vollkommen anderes Bild ergibt sich aber bei der beruflichen Bildung. Hier kann nicht einmal der demografische Ersatzbedarf von 670.000 Fachkräften gedeckt werden. So arbeite die im Sommer beschlossene Rente mit 63 dem Ziel entgegen, Ältere länger im Arbeitsleben zu halten. Auch die Deckung der Lücke durch Zuwanderer ist schwierig. Eine berufliche Ausbildung nach dem Vorbild des dualen Systems findet sich im Ausland kaum. Das IW empfiehlt daher, mehr junge Menschen aus dem Ausland für eine berufliche Ausbildung in Deutschland zu gewinnen. Zudem müssten die Potenziale junger Erwachsener ohne abgeschlossene Berufsausbildung besser ausgeschöpft werden. 1,3 Millionen Menschen zwischen 20 und 29 Jahren haben keinen Berufsabschluss. Jeder fünfte Schulabgänger gilt als nicht ausbildungsreif. Langfristig wichtig sei eine Stärkung der MINT-Fächer schon an den Schulen. "Junge Menschen sollten verstärkt für eine Berufsausbildung im MINT-Bereich gewonnen werden", sagte Plünnecke. Die Bedingungen seien schon heute attraktiv: Die Arbeitslosenquote ist niedriger als bei anderen Fachkräften, MINT-Kräfte sind häufiger als andere Fachkräfte in Führungspositionen eingesetzt und verdienen auch besser. "Die Lohnprämie der beruflich Qualifizierten in einem MINT-Beruf ist genauso hoch wie die der sonstigen Akademiker", sagte Thomas Sattelberger, Vorsitzender der Initiative "MINT Zukunft schaffen". Die MINT-Akademiker erzielen die zweithöchsten Lohnprämien nach Juristen und Medizinern. Mit einem durchschnittlichen Bruttolohn von 5000 Euro liegen sie 300 Euro über Akademikern insgesamt. Im Jahr 2000 lagen sie noch um 100 Euro unter dem Durchschnitt der Akademiker. [3]

Fachkräftemangel: Deutschland fehlen Lokführer, Ärzte, Ingenieure und Altenpfleger

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Berufe mit schwer zu besetzenden freien Stellen (13.1.2013)[23]


Die Arbeitsagenturen schlagen Alarm: Neben Ingenieuren, Ärzten und Pflegern herrscht auch in anderen Bereichen extremer Mangel. Manches Unternehmen könnte deshalb sogar das Land verlassen. Der Fachkräftemangel in Deutschland hat sich nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) weiter verschärft. Danach fehlten zum Jahresende vor allem Ingenieure, IT-Experten, Ärzte sowie Alten- und Krankenpfleger. Erstmals tauchen in der Liste auch drei technische Berufe ohne Universitätsabschluss auf: Spezialisten im Bereich Energietechnik, im Bereich Klempnerei, Sanitär, Heizung und Klimatechnik sowie Lokomotivführer. Vor allem im Westen werden sie von den Unternehmen gesucht. Einen flächendeckenden Fachkräftemangel gebe es zwar nicht, betonte der zuständige BA-Vorstand Raimund Becker. "Es gibt aber Warnsignale." In einzelnen Branchen hätten sich die bereits existierenden Mangelsituationen weiter verstärkt. Zudem seien weitere Berufe hinzugekommen, bei denen sich klare Engpass-Situationen abzeichneten.

Qualifizierte Stellen sind schwer zu besetzen
Von Fachkräftemangel spricht die Bundesagentur, wenn die Vakanzzeit in einem Beruf mindestens um 40 Prozent über dem Durchschnitt aller Berufe liegt. Diese beträgt derzeit 80 Tage. Bei der Engpassanalyse wird aber auch das Verhältnis von Arbeitslosen zu unbesetzten Stellen betrachtet. Die Ergebnisse der aktuellen Analyse würden stark geprägt von der guten wirtschaftlichen Entwicklung der letzten zwölf Monate, heißt es in dem Bericht. Wie sich die aktuell moderate wirtschaftliche Gangart auf die Engpasssituationen auswirken wird, bleibe abzuwarten. Die Analysen der Bundesagentur spielen auch eine Rolle in der Zuwanderungspolitik der Bundesregierung. In der Vergangenheit hatte die Koalition die sogenannte Vorrangprüfung in Mangelberufen wie Ärzten oder für Ingenieure bestimmter Fachrichtungen abgeschafft. Die Arbeitsagenturen prüfen jetzt nicht länger, ob eine freie Stelle in diesen Berufen nicht doch durch einen Arbeitslosen aus Deutschland oder der Europäischen Union besetzt werden könnte.[23]

Großer Mangel bei Lokomotivführern
An der Spitze der Mangelberufe steht nach der aktuellen Auswertung der Lokomotivführer. Die Stellen für einen Fahrzeugführer im Eisenbahnverkehr bleiben 184 Tage unbesetzt und damit um 126 Prozent länger als im Schnitt. Die Vakanzzeit ist damit so hoch wie in keiner anderen Berufsgruppe, heißt es in der Analyse der BA. Auf Platz zwei der längsten Besetzungszeiten stehen die Mediziner, die auf 174 Vakanztage kommen. Die Gewerkschaft der Lokführer GDL spricht von 800 fehlenden Fahrzeugführern in Deutschland – bei rund 27.000 Lokführern insgesamt. Die Bahnbranche boomt: Bis zum Jahr 2025 soll allein der Gütertransport um 50 Prozent wachsen. Hinzu kommt, dass in den nächsten Jahren altersbedingt viele Beschäftigte bei der Bahn ausscheiden. Eine schnelle Entspannung erwartet Gewerkschaftschef Claus Weselsky daher nicht. "Die aktuelle Ausbildungszahl von Lokführern ist nicht groß genug, um die demografisch bedingten Abgänge in den nächsten Jahren zu kompensieren."

Diplom-Ingenieur-Lücke gefährdet das Wirtschaftswachstum
Darüber hinaus fehlen hoch qualifizierte Kräfte in der Maschinen- und Fahrzeugtechnik, im Bereich Mechatronik, Energie und Elektro sowie in der Informatik. Mittelfristig könnten die stark gestiegenen Studierendenzahlen zur Entspannung der Engpasssituationen beitragen, machen die BA-Statistiker Hoffnung. Tatsächlich sind die Studentenzahlen in den sogenannten MINT-Fächern seit 2005 um 60 Prozent gestiegen. Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft fehlen aber derzeit 120.000 Fachkräfte aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) in Deutschland. Die Akademiker-Lücke gefährde das Wirtschaftswachstum in Deutschland, warnt das Institut. Denn vor allem kleinere und mittlere Unternehmen fänden keine qualifizierten Mitarbeiter, könnten Aufträge nicht annehmen und Projekte nicht durchführen.[23]

Ganze Werke könnten verlegt werden
Auch den deutschen Exporteuren treibt der Mangel an ausreichend qualifizierten Arbeitnehmern Sorgenfalten auf die Stirn. "Wir haben noch gar nicht richtig verstanden, was der Fachkräftemangel für die deutsche Wirtschaft bedeutet", sagt Anton Börner, der Präsident des Außenhandelsverbands BGA. Die langfristigen Folgen würden immer noch unterschätzt. In einigen Jahren könnten Unternehmen gezwungen sein, Standorte und Stellen aus Deutschland abzuziehen, weil sie hierzulande kein ausreichend qualifiziertes Personal mehr fänden. Der Fachkräftemangel sei eine der größten Gefahren für die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. "Die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands gerät unter Beschuss", sagt Börner. Neben der Energiewende, der Schuldenkrise und neuen Wettbewerbern aus Asien gehöre der Fachkräftemangel zu den großen Herausforderungen der kommenden Jahre.[23]

Kritik an Deutschland & Österreich: Zu viele Hausfrauen – EU fürchtet Arbeitskräftemangel

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ORF2 TELETEXT 153 Sa 03.01.15 Deutschland: Fachkräftemangel droht


Die EU-Kommission hat Deutschland 2011 aufgefordert, mehr für die Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt zu tun. Angesichts der demographischen Entwicklung müsse Deutschland mit einem ernsten Mangel an Arbeitskräften rechnen, heißt es in einer Stellungnahme zur deutschen Wirtschaftspolitik. Daher müsse das Arbeitskräftepotenzial des Landes voll genutzt werden. "Deutschland, aber auch Österreich und die Niederlande, sollten sich am Beispiel der nordischen Länder orientieren", sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso vor Journalisten in Straßburg. Dazu müssten bestehene Hindernisse für Frauen und bestimmte andere Gruppen – etwa ältere Arbeitnehmer, Ausländer oder wenig qualifzierte Arbeitssuchende – abgebaut werden. Auch "exzessive Frühruhestandsregelungen" sollten nicht länger gefördert werden. Unter anderem empfiehlt die Brüsseler Behörde Deutschland den Ausbau der Kinderbetreuung und eine Reduzierung der Einkommenssteuer von Zweitverdienern. Die individuelle Besteuerung von Paaren könne beim Abbau von Teilzeitjobs zugunsten von Vollzeitarbeitsverhältnissen beitragen. [24]

IW: In Deutschland droht Fachkräftemangel in 139 von 615 Berufen

In Deutschland droht laut ORF-Teletext (S.153 am Sa 03.01.15) in knapp 140 Berufen ein Fachkräftemangel. In 139 von 615 untersuchten Berufen gebe es Anfang Jänner 2015 bereits Engpässe, also mehr offene Stellen als Arbeitslose, heißt es in einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. In diesen sogenannten Engpassberufen gehen demnach 2,1 der 6,7 Mio Beschäftigten in den nächsten 16 Jahren in den Ruhestand. Besonders bei Berufskraftfahrern und in Gesundheitsberufen drohe sich der Fachkräftemangel zu verschärfen. Bei der Gesundheits- und Krankenpflege werde zudem der Bedarf an Fachkräften wegen der Alterung der Bevölkerung noch weiter steigen.

Weitere Informationen

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bundestentrale für politische Bildung (BpB): Zahlen und Fakten | Europa | Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit
  2. SGBIII§16_1b + SGBIII§16_2
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Deutschland gehen die Meister und Facharbeiter aus: Den Firmen fehlen zunehmend Fachkräfte aus dem MINT-Bereich. Gesucht werden nicht nur Akademiker, sondern vor allem Meister und Techniker. In Deutschland fehlen in diesem Herbst rund 123.500 Fachkräfte aus den MINT-Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, DIE WELT, 8. Oktober 2014
  4. http://noe.arbeiterkammer.at/bilder/d68/studie_arbeitslos_bildung.pdf
  5. So kommt die Jugend aus der Falle | Italien | 4.4.2013 | ZEIT online
  6. Selver Derya Uysal & Winfried Pohlmeier (2011): Unemployment Duration and Personality. Journal of Economic Psychology. Online Verfügbar seit 17. März 2011.
  7. W.Franz und H.König, The Nature and Causes of Unemployment in the Federal Republic of Germany since the 1970 s: An Empirical Investigation, Empirica 53,1986,S.219–244
  8. S.M. Burges, Employment Adjustment in UK Manufacturing, Economical Journal 98, 1988, S. 81–103
  9. S.J Nickell und J.Symons, The Real Wage – Employment Relationship in the United States, Journal of Labor Economics 8, 1990, S. 1–15
  10. Rekordarbeitslosigkeit in Frankreich und Spanien | FAZ | 25.4.13
  11. SPÖ sagt 6. Urlaubswoche ab, ist gegen Erbschaftssteuer & Vermögenssteuer unter 1 Mio. € und lässt den ÖGB damit alleine
  12. Länder mit hoher Staatsverschuldung haben auch eine hohe Arbeitslosigkeit,Westfälische Wilhelms-Universität, 26. Februar 2013
  13. Europas Wirtschaft bleibt fest im Griff der Krise: Spanien und Frankreich verfehlen laut Prognosen der EU-Kommission die Defizitziele, derStandard.at, 7. November 2012
  14. 14,0 14,1 14,2 14,3 14,4 AMS-Chef Kopf: Täten uns mit weniger Zuwanderung derzeit leichter, Wirtschaftsblatt, 29.3.2015
  15. 15,0 15,1 15,2 Findet die Regierung jetzt langsam in die Realität zurück? Finanzminister Schelling sieht die Lage von Asylberechtigten auf dem Arbeitsmarkt äußerst skeptisch, Josef Urschitz, Die Presse, 14. Nov. 2015
  16. 16,0 16,1 16,2 16,3 Vollbeschäftigung durch anderes Lohnsystem, 31.10.2014, Univ.-Prof. Christoph Braunschweig: ehemaliger studentischer Hörer von Friedrich A. von Hayek und heute Professor der Staatlichen Wirtschaftsuniversität Jekaterinburg.
    Er ist Autor zahlreicher Fachbücher und war unter anderem als Geschäftsführer im Medien-Handelsbereich tätig
  17. Karl Braunschweig: Skript „Wirtschaftspolitik“, WP-Lehrgänge, Köln 1989
  18. Wolfram Engels: Akzente 1984-1995, Düsseldorf 1997
  19. Martin Weitzmann: The share economy. Conquering stagflation, Harvard university Press, Cambridge/Massachusetts, 1984
  20. fit2work: gemeinsames Projekt des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, dem Arbeitsmarktservice, des Arbeitsinspektorats, des Sozialministerium Service, der Pensionsversicherungsanstalt (PVA), der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) und den Krankenversicherungsträgern, welches österreichweit stufenweise umgesetzt wird, abgerufen am 31. Dezember 2014
  21. 21,0 21,1 21,2 21,3 Arbeitslosengeld zu hoch? Schelling schlägt Hartz-IV-Modell vor, Die Presse, 25. Juli 2015
  22. 22,0 22,1 22,2 22,3 22,4 22,5 Hans-Werner Sinn: "Rentenalter muss steigen, um Flüchtlinge zu ernähren": Länger arbeiten, um die Kosten der Flüchtlingsintegration stemmen zu können. Auch der Mindestlohn müsse abgeschafft werden, Hans-Werner Sinn, Die Welt, 7. Okt. 2015
  23. 23,0 23,1 23,2 23,3 Fachkräftemangel: Deutschland fehlen Lokführer und Klempner: Die Arbeitsagenturen schlagen Alarm: Neben Ingenieuren, Ärzten und Pflegern herrscht auch in anderen Bereichen extremer Mangel, DIE WELT, 10.01.13
  24. Kritik an Deutschland: Zu viele Hausfrauen – EU fürchtet Arbeitskräftemangel, Die EU-Kommission fordert Deutschland auf, sich ein Beispiel an den nordischen Ländern zu nehmen und Hindernisse für Frauen am Arbeitsmarkt abzubauen, DIE WELT, 7.06.2011