Erdgasfahrzeug

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CNG ist schwerer entflammbar als Diesel, Benzin oder LPG


Ein Erdgasfahrzeug, auch Erdgasauto, Natural gas vehicle (NGV),CNG vehicle oder Gaz naturel pour véhicules (GNV) genannt, ist ein Fahrzeug, das mit Erdgas als Kraftstoff betrieben wird und mit einem Verbrennungsmotor als Antriebsaggregat ausgestattet ist. Der Motor entspricht einem herkömmlichen Ottomotor. Anstatt eines Benzin-Luft-Gemisches wird ein aufbereitetes Erdgas-Luft-Gemisch in den Zylindern verbrannt, die Fahrzeuge verfügen somit über eine alternative Antriebstechnik.

Da Erdgas bei atmosphärischem Normaldruck im Vergleich zu z. B. Dieselkraftstoff eine sehr geringe Energiedichte besitzt – mit 0,036 MJ/Liter einen niedrigeren volumetrischen Heizwert als Diesel mit 34,7 MJ/Liter –, wird das Erdgas auf etwa 200 bar verdichtet (CNG = Compressed Natural Gas), um eine ausreichende Energiemenge in einem vertretbaren Volumen im Fahrzeug mitführen zu können. Das Erdgas aus dem bereits bestehenden Erdgasnetz als heute wichtigster Energieträger im Haushaltsbereich wird in den Tankstellen komprimiert und steht somit auch dem Autoverkehr zur Verfügung.

Aufgrund der Umweltvorteile für Erdgas gibt es in Deutschland bis 31. Dezember 2018 eine Steuerbegünstigung bei der Mineralölbesteuerung von Kraftstoffen, und auch die Europäische Kommission will den Anteil von Erdgasfahrzeugen am europäischen Kraftfahrzeugbestand unterstützen, so dass bis 2020 rund 10 % aller Fahrzeuge mit Erdgas fahren könnten. Erdgasfahrzeuge sind nicht zu verwechseln mit den Autogasfahrzeugen, die mit Flüssiggas (LPG = Liquified Petroleum Gas) betrieben werden.

Verbreitung der Erdgasfahrzeuge

Deutschland

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Ein Erdgasbus Mercedes-Benz
O 405 N CNG in Mannheim


In Deutschland kamen 1994 die ersten Serienfahrzeuge auf den Markt. Einige der ersten Hersteller waren BMW, Ford und Volvo. Ab 1996 folgten weitere Automobilhersteller, darunter Citroën, Fiat, Mercedes-Benz, Opel, Peugeot und VW. 1997 präsentierte auch Honda mit dem Civic GX NGV ein Fahrzeug mit Erdgasantrieb.

Im Jahr 1993 starteten die Firmen Ruhrgas, Stadtwerke Mainz, MAN sowie LMF ein Pilotprojekt zur Nutzung von Erdgas im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Hierbei wurde die erste Erdgastankstelle in Deutschland errichtet und wurden zum ersten Mal Stadtverkehrsomnibusse im Flottenbetrieb mit Erdgas angetrieben. Diese Busse wurden zuerst bei der Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder) (SVF) eingesetzt. Die SVF besitzt zzt. 11 Standardbusse und 11 Gelenkbusse.[1] Mittlerweile gibt es zahlreiche lokale Verkehrsunternehmen im ÖPNV, die ihre Omnibusse mit Erdgas betreiben, daneben verstärkt auch Taxi-Unternehmen und große Flottenbetreiber wie die Deutsche Telekom mit DeTeFleetServices, der Autovermieter Avis, der Automobilclub und Pannendienst ADAC, das Logistikunternehmen TNT, das Logistikunternehmen trans-o-flex (2006: 115 Fahrzeuge), das Einrichtungshaus IKEA und soziale Dienstleister wie DRK, Malteser Hilfsdienst oder Diakoniestationen. Neben Erdgas ist auch – mit passender Fahrzeugausrüstung – Flüssigerdgas als Kraftstoff in Anwendung.

Die Anzahl der Erdgasautos in Deutschland betrug am 1. Januar 2011 nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes 71.519 Fahrzeuge (+4,4 % gegenüber 1. Januar 2010) bei 900 CNG-Tankstellen (Gibgas.de, Pressemitteilung vom 16. Dezember 2011).

Österreich

Die erste öffentliche Erdgastankstelle in Österreich wurde 1997 von der OMV AG in Graz in Betrieb genommen. Mit Jahresbeginn 2010 waren bereits rund 5300 NGVs (Natural Gas Vehicles) auf Österreichs Straßen zugelassen (874 Neuzulassungen im Jahr 2009)[2]. Das Kraftstoffangebot wird durch derzeit 177 öffentliche Erdgastankstellen (Stand: Juni 2011) gewährleistet. In Wien gibt es derzeit 19 öffentliche Erdgastankstellen (Stand: Juni 2011).[3]

In Margarethen/Moos (Niederösterreich, Bezirk Bruck/Leitha) wurde am 28. August 2008 die erste reine Biogastankstelle Österreichs offiziell eröffnet. Dort kann auf Erdgasqualität aufgereinigtes Biogas (min. 95 % CH4) aus lokaler Produktion getankt werden. Diese Tankstelle ist seit Ende 2011 öffentlich (Selbstbedienung mit Bankomat-Karte; davor benötigte man einen Chip, um die Zapfsäule freizuschalten).[4].

Neben bestehenden Förderungen für Erdgasfahrzeuge in fast allen Bundesländern wird vor allem auch die neue NOVA-Regelung ab 1. Juli 2008 starke Impulse geben. Die Anschaffung von Fahrzeugen mit alternativen Kraftstoffen wie Erdgas wird für ihren Beitrag zur CO2-Reduktion mit einem staatlichen Bonus von bis zu 500 Euro (zzgl. USt.) gefördert.

Mit 3000 Euro pro Fahrzeug fördert die Stadt Wien gemeinsam mit dem Energieversorger Wien Energie bis Ende Mai 2011 die Anschaffung von Erdgastaxis.

Schweiz und Liechtenstein

In der Schweiz und in Liechtenstein fuhren Ende Dezember 2006 insgesamt rund 3.500 Erdgasfahrzeuge. Bis 2010 wird ein Anstieg auf 30.000 Fahrzeuge erwartet. Das öffentliche Tankstellennetz umfasste Ende Dezember 2006 rund 85 Stationen, darunter auch Biogastankstellen. Bis Ende 2007 soll das Netz auf 100 Erdgas- bzw. Biogastankstellen ausgebaut werden.

Im Januar 1996 testeten die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) den Mercedes-Benz O 405 N2 CNG auf ihren zwei längsten Buslinien. Als Pilotprojekt folgte eine Bestellung von insgesamt 12 Erdgasbussen mit den Nummern 801-812, die noch heute in Betrieb sind. Bei der Busgarage an der Rankstraße befindet sich eine öffentliche Erdgas-Tankstelle. Später beschafften sich weitere Busbetriebe mit Erdgas betriebene Linienbusse. Ab 2010 sind in Basel 38 Erdgasbusse in Betrieb.

Das Fürstentum Liechtenstein verfügte 2005 über 39 Erdgasbusse, die von LIEmobil betrieben wurden. Fahrzeughalter von Erdgasfahrzeugen sind in Liechtenstein von der Motorfahrzeugsteuer befreit.

Der Erdgasantrieb - aktuell und in Zukunft

Aktuelle Entwicklungen

Weltweit existieren über 12,6 Millionen Erdgasfahrzeuge, davon allein in den fünf Hauptnutzungsländern (Pakistan, Iran, Argentinien, Brasilien, Indien) zusammen rund 9,3 Millionen Stück (Stand: 2010).[5]

Europa

  • Deutschland: Erdgas ist steuervergünstigt. Preisgünstigstes Modell ist seit seinem Verkaufsstart 2012 der 'VW Eco Up'. Er kostet etwa 2000 Euro mehr als ein vergleichbarer Benziner. [6] [7]
  • Der französische Autohersteller Citroën kooperiert auf dem Erdgasautomarkt mit dem Gasversorger GDF Gaz de France und will ab 2007 im Raum Toulouse Fahrzeuge zum Selbstbetanken am Gashausanschluss anbieten. Der 500 € teure Kompressor wird den Fahrzeugkäufern und Besitzern eines Gas-Anschlusses kostenlos bereitgestellt. In Frankreich gibt es außerdem eine Steuerermäßigung von 1.525 Euro für mono- und bivalente neu gekaufte Erdgasfahrzeuge. Der französische Handelskonzern Carrefour will zudem Erdgas-Tankstellen einrichten.
  • Großbritannien: Halter von Erdgasfahrzeugen zahlen weniger Kraftfahrzeugsteuer, hier: „Vehicle Excise Duty (VED)“, als vergleichbare Benzin- und Dieselfahrzeuge.
  • Niederlande: Bis 2011 liefert MAN 135 Lion’s-City-Niederflurbusse mit Erdgasmotoren für die städtischen Betriebe in Den Haag.
  • Italien: 2008 wurden in Italien 70.956 neue Erdgasfahrzeuge zugelassen. Zudem plant der Staat die Erhöhung der staatlichen Prämie für Erdgasanlagen von 500 Euro auf 650 Euro.[8]
  • In Teilen Norwegens wird auch eine Mischung aus komprimiertem Erdgas mit Wasserstoff als Treibstoff angeboten (HCNG).

Asien

  • In Indien startete bereits 1998 in Neu-Delhi ein Erdgasfahrzeug-Förderprogramm, das City-Busse und Taxis umfasste und die Luftverschmutzung reduzieren sollte. Das Versorgungsunternehmen Indraprastha Gas Limited (IGL) ging hierzu ein Joint Venture mit der staatlichen GAIL und BPCL sowie der lokalen Gouverneursregierung in Neu-Delhi ein. Aufgrund der Erfolge in Neu-Delhi entschloss sich die indische Regierung auch in 11 weiteren Metropolen Erdgasfahrzeuge zu fördern. In der Stadt Lakhnau (Lucknow), zugleich Hauptstadt des Bundesstaates Uttar Pradesh, ca. 500 Kilometer östlich der Hauptstadt Neu-Delhi mussten bis Ende November 2006 alle Fahrzeuge im öffentlichen Personenverkehr der Stadt auf Erdgas umgerüstet sein, zeitgleich erfolgte ein Fahrverbot für Diesel- und Benzinbusse.
  • In Pakistan steigt die Zahl der Erdgasfahrzeuge schnell an. Dort fahren inzwischen ca. 2,7 Millionen meist umgerüstete Fahrzeuge mit Erdgas.[9]
  • In Thailand begannen die ersten Erfahrungen mit Erdgas betriebenen Fahrzeugen 1984 in Kooperation mit Neuseeland und führte zur Einführung von 5 Bussen. Heute verfolgt die Regierung eine Umstellung des Tankstellennetzes auf Gas (CNG und LNG) und zur weiteren Förderung von Erdgasfahrzeugen.
  • In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde im Sommer 2005 beschlossen, dass Erdgas bis 2012 rund 20 Prozent des gesamten im Straßenverkehr des Landes verbrauchten Kraftstoffs ausmachen soll.

Amerika

  • Brasilien: Der Preis für 1 Liter Benzin beträgt 2,05 bis 2,30 Real pro Liter (Stand 2005), das sind umgerechnet ca. 70 bis 80 Euro-Cents. Dagegen kostet 1 kg komprimiertes Erdgas (CNG) 1 Real (ca. 0,34 Euro). Der Umbau von reinen Benzinautos in bivalente Erdgasfahrzeuge kostet in Brasilien etwa 2.000 Real (ca. 670 Euro) und senkt die Kosten für die Kraftfahrzeugsteuer um 25 Prozent. Im Februar 2008 wurden die Polizeikräfte in Rio de Janeiro mit 632 Erdgasfahrzeugen vom Typ VW Gol ausgerüstet.
  • USA: Die Verwendung von Erdgas in Pkw ermöglicht die Einhaltung der Ultra Low Emission Vehicle Standards. Das erste ULEV für Kalifornien war ein Erdgas-Pkw.

Zukunft

Eines der Kernthemen in der Weiterentwicklung ist die Speicherkapazität des Kraftstoffs und damit die Reichweite und Alltagstauglichkeit der Fahrzeuge und in letzter Konsequenz die Akzeptanz beim Kunden. Erprobt werden Methoden mit höherem Tankdruck (300 statt 200 bar), (tief)gekühlten Tanks oder einer Kombination aus beidem.

Erdgas gehört zu den fossilen Brennstoffen, deren Endlichkeit in der Entwicklung mit zu berücksichtigen ist. Daher kann jedes Erdgasfahrzeug auch mit auf Erdgasqualität aufbereitetem Biogas bzw. in beliebigen Mischungen von Erdgas und aufbereitetem Biogas gefahren werden. Möglichkeiten dazu gibt es bisher vereinzelt in Deutschland und in der Schweiz. In der Schweiz betrug der Anteil von Bioerdgas am fossilen Kraftstoff Erdgas im Jahr 2006 bereits 26,5 %. In Schweden tanken bereits 6.000 der 12.000 Erdgasfahrzeuge überwiegend Bioerdgas.

Am 14. Dezember 2012 hat Audi seine 6 MW e-gas-Anlage (synthetisches 'Erdgas') in Werlte in Betrieb genommen. Mit Hilfe überschüssigen Windstromes und dem CO²-Abgas einer naheliegenden Biogasanlage wird in 2 Schritten (Zerlegung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff, Verbindung von Wasserstoff und Kohlenstoff) Methan hergestellt und in das Methangas/Erdgasnetz eingespeist.

Im Gegensatz zum Wasserstoff ist Methan ein gut handhabbares Gas, für das eine weit verbreitete und bewährte Infrastruktur und viele damit vertraute Menschen existieren. Die technischen Probleme des Methangasantriebes sind nicht vergleichbar mit denen des Wasserstoffantriebes, siehe auch z. B. BMW Hydrogen 7, da z. B. an den Stahl der Rohre nur bekannte und erfüllbare Anforderungen gestellt werden. Die Herstellung synthetischen Methans ist eine bessere Alternative zu den fossilen Brennstoffen, als die biologische, da hier die Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion nicht gegeben ist und auch der Flächenbedarf wesentlich geringer ist.

OECD-Bericht 2013 kritisiert Mobilitäts-Förderung in Österreich

Der “Wirtschaftsbericht Österreich”, wurde am 2. Juli 2013 vom Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Angel Gurría, in Wien vorgestellt. Der Druck auf die Umwelt wird sich durch zunehmende Zersiedlung und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen verschärfen. Bemühungen, die Verursacher von Umweltbelastungen finanziell zur Verantwortung zu ziehen, müssen verstärkt werden. So sollte darüber nachgedacht werden, die Steuern auf Diesel zu erhöhen, die Privilegien für Firmenwagen abzuschaffen und auch die Pendlerpauschale mehr und mehr zu reduzieren. Insgesamt bedarf es für eine kohärente Umweltpolitik einer besseren Koordination zwischen verschiedenen Regierungsstellen, darüber hinaus müssen die Wohnungs- und Verkehrspolitik besser einbezogen werden.[10] Schwächer als erwartet schneidet Österreich in Sachen Umwelt ab: Der Straßenverkehr nimmt zu, weil allzu viele Menschen in die „Speckgürtel“ rund um die Städte ziehen. Das Ausmaß der Grünflächen, die verbaut und asphaltiert werden, hat sich seit 1995 verdoppelt. Das erhöhe das Hochwasserrisiko und gefährde die Artenvielfalt. Solche Kosten sollten stärker berücksichtigt werden: Die Experten plädieren auch bei Pkw für eine kilometerabhängige Maut statt der Vignette. Das Pendlerpauschale würden sie abschaffen.[11]
Ein innovativer Kompromiss zur von der OECD empfohlenen Abschaffung der Pendlerpauschale könnte das Knüpfen der Pendlerpauschale an eine der folgenden Bedingungen sein:

  • Vorlage von Tickets für öffentliche Verkehrsmittel oder Schichtbusse für mehr als 70% der Arbeitstage im Jahr
  • Nachweis des Besitzes eines PKWs mit Erdgas-, Hybrid- oder Elektroantrieb
  • Nachweis der Bezahlung für Fahrgemeinschaften mit einem PKW mit Erdgas-, Hybrid- oder Elektroantrieb für mehr als 70% der Arbeitstage im Jahr
  • Firmenbestätigung, dass ein Privat-Kfz auch regelmäßig für dienstliche Fahrten benützt werden muss, und dass diese Fahrten mit einem PKW mit Erdgas-, Hybrid- oder Elektroantrieb erfolgen

Ein innovativer Kompromiss zur von der OECD empfohlenen Abschaffung der Privilegien für Firmenwagen könnte das Reduzieren der Privilegien für Firmenwagen und Knüpfen an folgende Bedingungen sein:

  • Privilegien für Firmenwagen soll es in reduzierter Form nur mehr geben, wenn es sich bei den Firmenwagen um Kraftfahrzeuge mit Erdgas-, Hybrid- oder Elektroantrieb handelt.

Serienfahrzeuge

Technik

Viele Automobilhersteller haben sich mit dem Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft, der Mineralölindustrie (u. a. Aral), dem Bundesumweltministerium und dem Automobilklub ADAC im Trägerkreis „Das Erdgasfahrzeug“ zusammengetan. Die Automobilindustrie bietet seit 2001 eine zunehmende Modellpalette an serienmäßigen Erdgasfahrzeugen an.

Erdgasfahrzeuge gibt es in zwei Ausführungen: bivalent und monovalent.

  • Bivalente Fahrzeuge (auch bifuel genannt) können sowohl mit dem Treibstoff Erdgas als auch mit Benzin fahren. Durch Betätigen eines Schalters oder automatisch kann der Betrieb zwischen den Kraftstoffen jederzeit gewechselt werden. Dadurch ist die Reichweite der Fahrzeuge vergleichbar mit konventionell angetriebenen Personenkraftwagen.
  • Monovalente Fahrzeuge (monofuel) werden mit komprimiertem Erdgas betrieben und haben meist einen zusätzlichen Benzintank mit bis zu 31 Liter Benzin. Die Motoren bei monovalenten Fahrzeugen sind auf den Erdgasbetrieb technisch besser abgestimmt, mit einem optimierten Kraftstoffverbrauch und geringeren Schadstoffemissionen.

Bei fast allen Serienfahrzeugen werden die Erdgastanks unterflurig, d. h. unter dem Fahrzeugboden angebracht, so dass keine Einschränkung des Ladevolumens besteht. Der zunehmende Gebrauchtwagenmarkt für Erdgasautos ermöglicht den Autokäufern, die Kosten für die je nach Autotyp ca. 1000 bis 2000 Euro höheren Anschaffungskosten gegenüber einem konventionell angetriebenen Serienfahrzeug zu umgehen. Allerdings liegen auch die Gebrauchtwagenpreise für die CNG-Fahrzeuge noch höher.

Im Unterschied zu Benzinfahrzeugen kommt bei Erdgasfahrzeugen noch die entsprechende Technik dazu, die aus Druckgasbehältern, einem Druckregler, Einspritz- und Rückschlagventilen sowie einer elektronischen Motorsteuerung besteht. Der Antrieb unterscheidet sich dadurch, dass in den Zylindern statt eines Benzin-Luft-Gemisches ein Erdgas-Luft-Gemisch verdichtet, gezündet und verbrannt wird.

Bei einem Tankvorgang gelangt das Erdgas in die Druckgasbehälter, von wo es durch ein multifunktionales Sicherheitsventil in den Hochdruckregler strömt. Der Speicherdruck des getankten komprimierten Erdgases wird von 200 bar (ungefährer Druck eines Taucher-Atemgerätes) vom Hochdruckregler auf 7 bar verringert. Eine nachfolgende Filterung verhindert, dass Verunreinigungen im Erdgas die Gasdosierung verschmutzen. Bei der sequenziellen Gasdosierung wird die Erdgasmenge mittels computergesteuerter Magnetventile entsprechend der benötigten Leistungsanforderung des Fahrzeugs in jeweils getrennte Ansaugtrakte getrennt eingeblasen, um eine optimale Verbrennung zu gewährleisten. Im Ottomotor wird das Erdgas mit der Ansaugluft verwirbelt, und das Gemisch verbrennt im Zylinder wie bei einem konventionellen Benzinmotor. Die Tankgrößen bei Serienmodellen liegen zwischen 12 und 37 kg Erdgas.

Die Verdichtung kann bei Erdgasmotoren aufgrund der hohen Oktanzahl von 134 im Vergleich zu 95 bis 98 bei bleifreiem Superbenzin höher gewählt werden und erzielt dann einen höheren Wirkungsgrad in Ottomotoren.

Im Nutzfahrzeugbereich werden Dieselmotoren so umgerüstet, dass sie mit Erdgas als Kraftstoff fahren können. Diese Innovation ist die Grundlage des DING-Motors (Direct Injection Natural Gas), einen hocheffizienten, schadstoffarmen und damit umweltfreundlichen Fahrzeugantrieb. Zurzeit wird der DING-Motor im Alltagsbetrieb im Hinblick auf eine künftige Serienanwendung getestet. Die Entwicklung des DING-Motors wird stark durch die kanadische Firma Westport Innovations Inc, auch zusammen mit renommierten deutschen Unternehmen vorangetrieben.

Ab 2009 kam eine neue Motorengeneration für Erdgasfahrzeuge auf den Markt, die u. a. als Turbo-CNG oder TNG(Turbo Natural Gas) beworben werden. Hierzu wurden bereits existierende Turbo-Benziner-Motoren weiterentwickelt und die bekannten Komponenten von Benzinmotoren, beispielsweise ein Abgasturbolader (ATL), angepasst. In anderen Modellen kommt außerdem ein Kompressor zum Einsatz, der durch die erhöhte Verdichtung und durch den Aufbau von zusätzlichem Ladedruck den Wirkungsgrad bedeutend steigert. Im November 2007 wurden auf der gat 2007 (Gasfachliche Aussprachetagung der deutschen Gaswirtschaft) in Karlsruhe ein Prototyp eines VW Passat TSI EcoFuel und ein Audi A5 2.0 T-CNG präsentiert. Auf der Motorshow Bologna im Dezember 2008 stellte Opel den Zafira 1.6 CNG Turbo zum ersten Mal der Öffentlichkeit vor. Ab 2012 liefert Opel den Nachfolger Zafira Tourer als CNG mit großen 25-kg-CNG-Tanks aus. In Zusammenhang mit den sparsamen Turbomotoren sind CNG-Reichweiten von weit über 650 km möglich.

Fahrzeugmodelle

Heute bieten bereits viele Autohersteller serienmäßig Fahrzeuge für Erdgasbetrieb an. Einzelne Hersteller wie Mitsubishi Motors Deutschland GmbH bieten keine Erdgasfahrzeuge ab Werk an, bieten aber in Kooperation mit Umrüstpartnern eine nachträgliche Umrüstung auf Erdgas an. Der Umbau ist bei Mitsubishi für alle Benzinmotoren außer GDI- und 2,4 l MIVEC-Motoren freigegeben, der von Mitsubishi Motors Deutschland GmbH empfohlene Umrüster ist die Firma Tartarini Deutschland GmbH.

Zu den aktuellen und früheren Modellen, die (teilweise nur auf nichteuropäischen Märkten) serienmäßig auch als CNG-Version angeboten werden, zählen:

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Opel Zafira Tourer 1.6 CNG Turbo Erdgas ecoFLEX, 110kW (150PS)


Nähere Details finden sich in den Hauptartikeln der Fahrzeuge.

Im Motorsport startete Volkswagen 2009 und 2010 beim 24-h-Rennen Nürburgring mit drei VW Scirocco GT24-CNG mit Biogas.

Bewertung

Wirtschaftlichkeit

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Kraftstoffpreise Mai 2012 je 10 kWh (Quelle: Opel)


Die Vorteile von Erdgasfahrzeugen sind einerseits die im Vergleich zu anderen Kraftstoffen niedrigeren Kraftstoffkosten und der ebenfalls geringere Steuersatz für den Kraftstoff, andererseits die Erfüllung strenger Abgasnormen, die bei monovalenten zu einer günstigen Einstufung hinsichtlich der Kraftfahrzeugsteuer führt. Bivalente Fahrzeuge werden gemäß ihrer Abgaswerte im Benzinbetrieb bewertet. Einen Sonderfall stellen quasimonovalente Erdgasfahrzeuge dar: In Deutschland werden diese trotz des möglichen Benzinnotbetriebes entsprechend der geringeren Emission im Erdgasbetrieb besteuert.

Für den Kraftstoff Erdgas senkte die deutsche Bundesregierung durch das „Gesetz zur Fortentwicklung der ökologischen Steuerreform“ aus dem Jahre 2002 den Steuersatz auf Erdgas für alle Fahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr bis zum 31. Dezember 2020 auf 13,90 Euro pro MWh. Am 29. Juni 2006 hat die Bundesregierung mit dem Energiesteuergesetz die Begünstigung von Erdgas für alle Fahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr bis zum 31. Dezember 2018 beschlossen. Damit wurde die Steuervergünstigung um 2 Jahre reduziert. Umgerechnet auf den Heizwertvergleich ergibt sich bei Erdgas eine 80-prozentige steuerliche Vergünstigung gegenüber dem Kraftstoff Superbenzin und gegenüber Diesel um ca. 70 Prozent. Preislich bedeutet dies zurzeit in Deutschland einen über 60 Cent günstigeren Kraftstoff je Liter gegenüber bleifreiem Benzin.

Die Kraftfahrzeugsteuer in Deutschland, die sich u. a. nach den Emissionsverhalten der Fahrzeuge richtet, wird bei Erdgasfahrzeugen fast immer nach Klasse D4/Euro3- oder Euro4-Abgasnorm bemessen. Je nach Automodell sind einige Fahrzeuge noch steuerbefreit. In der Schweiz soll es 2006/2007 eine Steuerreduktion der Automobilsteuer für Erdgasfahrzeuge geben und eine Steuerbefreiung für Biogas.

Einige Versicherungsgesellschaften (u. a. RheinLand Versicherungen und Wiener Städtische Allgemeine Versicherung) bieten außerdem Sonderrabatte von bis zu 30 % für Erdgasfahrzeuge an. Stadtwerke und Gasversorger subventionieren zudem den Neukauf von serienmäßigen Erdgasfahrzeugen, die in der Regel nicht älter als drei Jahre sein dürfen, mit Tankguthaben von 500 bis 1000 kg. Beispielsweise E.ON Mitte AG in Deutschland mit 1000 kg Kraftstoff, bis Herbst 2007 in der Schweiz im Versorgungsraum Zürich mit 1000 kg vom Gasversorger und in Wien in Österreich wird der Fahrzeugneukauf (und die Umrüstung) bis zum Mai 2011 mit jeweils 1000 Euro unterstützt (zzgl. der Bundesförderungen von ca. 500 Euro). Die Stadtwerke Emden und Stadtwerke Frankfurt (Oder) gaben einen Barzuschuss in Höhe von 1250 EUR für ein Neufahrzeugkauf im Jahr 2009.

Der Preis für ein Kilogramm Erdgas variiert zwischen einzelnen Tankstellen stark. So bietet die billigeste deutsche Tankstelle das Kilogramm für 0,79 € und die teuerste für 1,349 € an. Der Durchschnittspreis liegt bei 1,04 Euro (Stand 16. Juni 2012; Quelle:gas-tankstellen.de). Legt man beispielsweise den Normverbauch eines Passats 1.4 TSI EcoFuel von 4,3 kg/100 km zu Grunde, kommt man auf Verbrauchskosten von 3,40 Euro bis 5,80 Euro pro 100 km.


Umweltaspekte

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Erzielbare CO2-Ersparnis (Quelle:Opel)


Die bei der Verbrennung im Dieselmotor entstehenden krebserzeugenden Rußpartikel und die stark riechenden Aldehyde und Acroleine entstehen bei einem Erdgasfahrzeug nicht. Das Erdgas, dessen Hauptbestandteil Methan ist, ist der kohlenstoffärmste Brennstoff und verbrennt daher sehr sauber. Zudem ist die Nutzung von veredeltem Biogas, in der Schweiz auch Kompogas genannt, als Treibstoff für Erdgasfahrzeuge möglich.

  • Erdgasfahrzeug (H-Gas) im Vergleich zum Benzinfahrzeug
    • bis zu 25 % weniger Kohlendioxid (CO2) (Biomethan ist zusätzlich entstehungsneutral) (Kohlendioxidemissionen pro Liter siehe Kapitel 4.3).
    • bis zu 75 % weniger Kohlenmonoxid (CO)
    • bis zu 60 % weniger reaktive Kohlenwasserstoffe (HC)
  • Erdgasfahrzeug (L-Gas) im Vergleich zum modernen Dieselfahrzeug
    • bis zu 5 % weniger Kohlendioxid (CO2)
    • bis zu 50 % weniger Kohlenmonoxid (CO)
    • bis zu 80 % weniger reaktive Kohlenwasserstoffe (HC)
    • bis zu 70 % weniger Stickoxide (NOx)
    • bis zu 99 % weniger Rußpartikel bzw. Feinstaubemission

In Deutschland erhalten ab 1. März 2007 Erdgasfahrzeuge, die gemäß der Verordnung zur Kennzeichnung emissionsarmer Kraftfahrzeuge durch eine Feinstaubplakette gekennzeichnet sind, die Genehmigung, im Falle von erhöhten Feinstaubemissionen in Innenstädten, die sogenannten „Umweltzonen“ oder „Sperrzonen“ zu befahren.

Vergleich der Kraftstoffarten

In Deutschland ist die Zusammensetzung des Kraftstoffs Erdgas im Rahmen der novellierten 10. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BlmSchV) aus dem Jahr 2005 nach DVGW-Arbeitsblatt G260 festgeschrieben worden. Entsprechende Plaketten zeichnen die Erdgastankstellen aus.

Nach dem Eichgesetz darf Erdgas nicht nach Volumen (Liter) oder Kilowattstunde, sondern nur nach Masse (Kilogramm) verkauft werden. Ein in den Zapfsäulen eingebautes Messinstrument, ein Coriolis-Massendurchflussmesser misst die durchströmende Masse und wird entsprechend vom Eichamt geeicht.

Kraftstoffsorten im Vergleich:

  • Erdgas H-Gas (CNG): Dichte 0,81 kg/m³ gasförmig, Heizwert 13,0 kWh/kg, Kohlendioxidemissionen 2480 g/l, 1 kg H-Gas entspricht ca. 1,5 Liter Benzin, ca. 1,3 Liter Diesel oder 1,6 Liter Autogas
  • Erdgas L-Gas (CNG): Dichte 0,82 kg/m³ gasförmig, Heizwert 11,3 kWh/kg, Kohlendioxidemissionen 2850 g/l, 1 kg L-Gas entspricht ca. 1,3 Liter Benzin, ca. 1,1 Liter Diesel oder 1,4 Liter Autogas
  • Autogas (LPG): Dichte 540 kg/m³ flüssig, Heizwert 12,8 kWh/kg, Kohlendioxidemissionen 1980 g/l
  • Superbenzin: Dichte 740 kg/m³ flüssig, Heizwert 12,0 kWh/kg, Kohlendioxidemissionen 2380 g/l
  • Diesel: Dichte 830 kg/m³ flüssig, Heizwert 11,8 kWh/kg, Kohlendioxidemissionen 2660 g/l

Reichweitenvergleich bei einer Kraftstoffbefüllung von 20,00 Euro mit einem Fahrzeug vom Typ Opel Zafira CNG:

  • Erdgasfahrzeug – 342 km (vorausgesetzt es ist ausreichend Fassungsvermögen vorhanden)
  • Autogasfahrzeug – 295 km
  • Dieselfahrzeug – 232 km
  • Superbenzin-Fahrzeug – 165 km

Berechnungsgrundlagen: 1 Liter Superbenzin für 1,35 € (Verbrauch: 9 l/100 km), 1 Liter Autogas (LPG) für 0,60 € (Verbrauch 11,3 l/100 km), 1 Liter Dieselkraftstoff für 1,15 € (Verbrauch: 7,5 l/100 km) und 1 kg Erdgas (CNG) für 0,90 € (Verbrauch: 6,5 kg/100 km).

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Reichweite: Wie weit komme ich mit 20 €? (Quelle:Opel)


Kraftstoffpreise weltweit (Auswahl) in Euro 2006

Land 1 l Super
in Euro
1 l Diesel
in Euro
1 kg CNG-Erdgas
in Euro
Argentinien 1,44 1,12 0,53
Bolivien 0,50 0,38 0,17
Brasilien 0,92 0,61 0,37
Chile 0,54 0,33 0,21
Deutschland 1,34 1,10 0,89
Frankreich 1,21 1,03 k.A.
Iran 0,067 k.A. k.A.
Italien 1,30 1,14 0,79
Kanada 0,38 0,29 0,19
Kolumbien 0,50 0,25 0,21
Mexiko 0,46 0,33 0,19
Niederlande 1,42 1,03 k.A.
Österreich 1,15 1,09 0,83
Pakistan 0,88 0,52 0,40
Portugal 1,28 1,00 k.A.
Spanien 1,06 0,90 k.A.
USA 0,57 0,58 0,43
Venezuela 0,09 0,05 0,002

1 kg Erdgas entspricht ca. 1,5 Liter Super, ca. 1,3 Liter Diesel

Quelle: www.iru.org (Datenstand: März 2007), Umrechnungskurs US-Dollar in Euro am 8. März 2007

Deutschland soll soll Dieselautos wegen hoher Stickoxid-Belastung in 29 großen Städten verbieten

Sind Dieselautos bald nichts mehr wert? Die EU hat Deutschland Ende Juli 2015 zu einem drastischen Schritt aufgefordert. Die Regierung soll Dieselautos wegen hoher Stickoxid-Belastung in 29 großen Städten verbieten.[13]

Welche drastischen Maßnahmen nun möglich sind:

Viele Hersteller können es wohl noch gar nicht recht fassen, aber die EU-Kommission hat nun die deutsche Regierung in einem 23-seitigen Mahnschreiben aufgefordert, in 29 deutschen Großstädten Dieselautos zu verbieten. Hauptursache sind laut Brüssel der in den vergangenen Jahren gestiegene Anteil des Diesel-Autos-Bestandes und damit verbundene hohe Stickoxid-Emissionen im Straßenverkehr. Eine hohe Stickoxid-Konzentration in der Luft erhöhen das Krebsrisiko und belasten das Klima. So haben Forscher der International Council on Clean Transportation (ICCT) herausgefunden, dass Diesel-Autos siebenmal mehr Stickoxid als erlaubt ausstoßen. Anders als Kohlendioxid, das über Jahre das Klima beeinflusst, schädigen Stickoxide, kurz NOx, den Menschen direkt. Es schädigt die Atemwege, führt zu Entzündungen und Bronchitis. Bei länger andauernder hoher Konzentration nimmt die Zahl der Herzinfarkte zu. Auch Lungenödeme können die Folge sein. Allergien werden verstärkt.[13]

De facto Enteignung von Dieselautobesitzern befürchtet

Ein Mahnschreiben der EU gilt als Vorstufe eines Vertragsverletzungsverfahrens. Hintergrund: In Städten wie Berlin oder München werden die Tagesgrenzwerte für Stickstoffdioxid immer wieder überschritten. Christian Pesau, Chef der Autoimporteure in Österreich: "Ohne Einschränkung, wie alt diese Autos sind, käme ein Verbot de facto einer Enteignung gleich.“[13]

Tankstellennetz für Erdgasfahrzeuge

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Betankung eines Fiat Multipla mit Erdgas


An Tankstellen ist komprimiertes Erdgas (CNG) in der Qualität als H-Gas (High Gas) und/oder L-Gas (Low Gas) erhältlich:

  • H-Gas kommt aus Russland, Großbritannien, Norwegen, Niederlande und Dänemark nach Deutschland und hat einen Methan-Anteil von 87 bis 99,1 Vol. Prozent. Der Heizwert liegt zwischen ca. 10,0 und 11,1 kWh/m³ und damit höher als beim L-Gas,
  • L-Gas wird in Norddeutschland mit einem Methangehalt von 79,8 bis 87 Vol. Prozent gefördert und hat einen Heizwert von 8,2 bis 8,9 kWh/m³.

Es gibt zwei Arten von Tankstutzen (4 und 8 mm Nenndurchmesser) sowie eine separate italienische Variante. Füllkupplungen an den Tankstellen helfen, zwischen den Standards zu überbrücken.

Deutschland, Österreich und die Schweiz

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Erdgastankstelle


Am 16. Dezember 2011 gab es in Deutschland 900 Erdgastankstellen (Pressemitteilung Gibgas.de vom selben Tag). Am 1. Januar 2008 waren die Tankstellen überwiegend mit H-Gas und nur 27 Prozent mit L-Gas. In der Schweiz sind es per Mai 2010 123 Tankstellen [14], welche alle H-Gas abgeben. Außerdem gibt es in Deutschland seit Juni 2006 die erste Biogastankstelle in Jameln im Wendland. Aus der Anlage der Raiffeisen-Waren-Genossenschaft (RWG) wird das Roh-Biogas aus der Vergärung von Mais, Getreide, Kleegras mittels einer neu entwickelten Aufbereitungsanlage auf Erdgasqualität der Gruppe H-Gas (Methangehalt über 95 Prozent) veredelt. In Margarethen am Moos wurde im Dezember 2007 die erste reine Biogastankstelle Österreichs in (Probe-)Betrieb genommen. Der offizielle Start erfolgte dann am 28. August 2008. Seit Ende 2011 ist diese Tankstelle öffentlich (Selbstbedienung mit Bankomat-Karte), d. h. man benötigt keinen Chip mehr, um die Zapfsäule freizuschalten.

Das seit dem 1. Januar 2007 geltende Biokraftstoffquotengesetz verpflichtet die Mineralölwirtschaft, einen wachsenden Mindestanteil ihres Kraftstoffabsatzes in Form von Biokraftstoffen in Umlauf zu bringen (Quotenpflicht). Energieversorger, die Erdgastankstellen betreiben, eröffnet dies durch die Beimischung von regenerativ erzeugtem Bio-Erdgas eine neue Erlösquelle. Die so erzielte Bio-Quote kann an Mineralölunternehmen verkauft werden, die dadurch ihrer Verpflichtung zur Biobeimischung nachkommen.

Im April 2008 wurde die erste Erdgastankstelle auf der Esso-Station des Autohofes Malsfeld an der Autobahn A7 bei Kassel in Betrieb genommen. Im Mai 2008 folgten mit den Autohöfen Lippetal (A2 bei Hamm) und Idstein (A3, Raum Frankfurt/Wiesbaden) zwei Total-Tankstellen.

In Mecklenburg-Vorpommern werden 2011 bis zu 10 Prozent Bio-Erdgas beigemischt. Im November 2010 hatten die Stadtwerke München (SWM) bereits begonnen, an ihren damals sieben Erdgastankstellen im Stadtgebiet 50 Prozent Bio-Erdgas beizumischen; an ihren heute neun Tankstellen beträgt die Bioquote mittlerweile 100%.

Am 1. Oktober 2012 ist von den Stadtwerken Langenfeld im Kreis Mettmann die hundertste Erdgastankstelle in Betrieb genommen worden, an der 100 Prozent Biomethan getankt werden kann.[15]


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Neues Verkehrszeichen 365-54 für Erd-
gastankstellen an Bundesautobahnen


Bundesland Erdgasfahrzeuge CNG-Tankstellen
Baden-Württemberg 8.650 92
Bayern 10.817 107
Berlin 2.911 15
Brandenburg 2.496 43
Bremen 508 3
Hamburg 911 8
Hessen 5.862 38
Mecklenburg-Vorpommern 1.298 24
Niedersachsen 14.016 123
Nordrhein-Westfalen 16.114 157
Rheinland-Pfalz 3.111 36
Saarland 888 15
Sachsen 2.143 28
Sachsen-Anhalt 2.275 38
Schleswig-Holstein 2.208 27
Thüringen 2.516 38
Gesamt 76.783 792

Stand: Januar 2009 (alle Kraftfahrzeuge) und Juli 2008 (Tankstellen)

Entwicklung des Bestands an Kraftfahrzeugen mit Kraftstoffart Erdgas und CNG-Tankstellen in Deutschland

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CNG- und LPG-Tankstellennetz (Quelle: Opel)


Jahr Erdgasfahrzeuge Erdgastankstellen
1995 k.A. 44
1998 k.A. 80
1999 k.A. 100
2000 k.A. 160
2001 k.A. 250
2002 k.A. 340
2003 k.A. 405
2004 19.105 545
2005 27.175 650
2006 38.933 725
2007 54.772 764
2008 64.430 792 (Juli)
2009 76.783 864 (März)
2010 91.500 900 (Dezember)

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Staaten mit Erdgastankstellen für Kraftfahrzeuge


Erdgasfahrzeuge und Erdgastankstellen weltweit

Autofahrer, die eine Erdgastankstelle suchen, können sich an entsprechenden Wegweiserkarten orientieren oder einen deutschlandweiten SMS-Service nutzen, der je nach Standort des Fahrers über die nächstgelegene Tankstelle informiert.

Land Erdgasfahrzeuge Tankstellen
2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Ägypten 63.970 75.796 84.746 101.078 119.679 122.271 157.858 91 103 99 118 119 119 119
Algerien 125 125 125 125 125 125 125 3 3 3 3 3 3 3
Argentinien 1.446.183 1.459.236 1.650.000 1.745.677 1.807.186 1.901.116 1.900.000 1.452 1.458 1.400 1.801 1.851 1.878 1.878
Armenien 38.100 47.688 81.394 101.352 101.352 101.352 244.000 60 128 128 214 214 297 297
Australien 2.300 2.100 2.453 2.750 2.750 2.750 2.730 12 2 47 47 47 47
Bangladesch 41.314 54.715 80.000 150.253 177.555 193.521 203.000 122 149 118 337 500 546 546
Belgien 300 300 300 300 30 176 241 9 5 5 5 5 5 5
Bolivien 35.810 58.267 64.828 99.657 121.908 140.400 157.426 62 88 87 123 128 156 156
Brasilien 1.052.295 1.324.905 1.511.945 1.588.331 1.632.101 1.664.847 1.694.278 1.338 1.385 1.442 1.688 1.704 1.725 1.725
Bulgarien 7.305 12.500 25.225 60.255 60.270 60.270 61.623 11 17 9 70 77 81 81
Chile 5.500 8.009 8.064 8.064 4.061 2.247 14 12 15 13 15 15
China 97.200 127.120 270.000 400.000 450.000 450.000 1.000.000 355 415 415 1.000 870 1.350 1.350
Deutschland 33.000 38.933 55.272 64.454 85.000 91.500 96.215 622 720 700 800 860 900 900
Finnland 84 84 150 472 700 700 1.100 3 3 3 9 13 13 13
Frankreich 8.400 8.900 10.150 10.150 12.450 12.450 13.000 125 105 105 125 125 125
Griechenland 40 40 416 418 520 520 702 1 1 1 2 2 2 2
Großbritannien 448 544 221 221 221 220 1 29 19 31 31 31 12 12
Indien 278.000 334.658 439.800 586.000 935.000 1.080.000 1.100.000 259 325 321 463 560 571 571
Indonesien 6.600 1.000 1.000 2.000 2.000 2.000 5.520 17 12 17 9 9 9 9
Iran 63.779 229.607 315.000 846.169 1.665.602 1.954.925 2.859.386 96 326 326 584 1.021 1.574 1.574
Irland 81 81 2 2 2 1 2 10 1 1 1 1
Island 56 56 63 77 77 77 255 1 1 1 1 1 1 1
Italien 382.000 412.550 432.900 580.000 628.624 730.000 779.090 521 588 558 700 730 790 790
Japan 26.569 28.402 31.462 36.345 38.042 39.623 40.823 292 311 311 327 344 342 342
Kanada 20.505 12.140 12.140 12.140 12.000 12.000 14.205 222 101 101 101 80 80 80
Kirgisistan 6.000 6.000 6.000 6.000 6.000 6.000 6 6 6 6 6 6
Kolumbien 72.136 138.000 203.292 280.340 300.000 340.000 348.747 168 202 310 401 460 614 614
Kroatien 100 100 100 152 152 152 152 1 1 1 1 1 1 1
Kuba 45 45 45 45 45 1 1 1 1 1 1
Lettland 310 310 310 500 500 200 18 4 4 4 30 4 1 1
Liechtenstein 26 26 41 101 101 101 101 1 2 1 1 1 1 1
Litauen 7 80 133 133 195 1 2 2 2
Luxemburg 49 51 115 115 203 203 369 4 4 3 4 7 7 7
Malaysia 19.000 22.613 24.988 40.248 42.617 46.701 48.946 39 47 46 90 137 159 159
Malta
Mazedonien 32 32 50 50 50 50 50 1 1 1 1 1 1 1
Mexiko 3.037 3.037 3.037 3.037 3.037 3.037 4.800 6 6 6 3 3 3 3
Moldawien 5.000 5.000 5.000 5.000 5.000 2.200 14 8 8 14 14 14
Montenegro 6 6 6 6
Mosambik 4 4 4 251 519 1 2 2
Myanmar 200 4.343 10.900 14.884 22.821 22.821 26.472 14 20 20 38 38 38 38
Neuseeland 281 281 281 201 201 12 12 12 12 14 14
Niederlande 348 550 603 1.110 1.502 1.502 4.301 10 11 8 21 50 56 56
Nigeria 60 60 60 60 60 60 345 2 2 2 2 3 3 3
Nordkorea 4 4 4 4 1 1 1 1 1
Norwegen 147 147 147 180 180 375 394 4 4 4 9 9 10 10
Österreich 584 873 1.022 4.000 4.983 5.611 5.608 71 89 68 130 208 223 223
Pakistan 700.000 1.000.000 1.550.000 2.000.000 2.300.000 2.740.000 2.850.500 766 965 1.606 2.600 3.068 3.285 3.285
Peru 4.656 5.489 7.823 54.829 81.024 103.712 122.221 3 9 56 94 137 137
Philippinen 14 36 36 36 36 36 36 1 3 1 3 3 3 3
Polen 771 771 1.500 1.700 2.106 2.106 2.100 28 28 28 30 32 32 32
Portugal 242 242 379 379 407 407 586 5 5 5 5 5 5 5
Rumänien 18.000 22.613 24.988 24.988 24.988 39 47 46 46 46
Russland 41.780 60.000 95.000 103.000 100.000 100.000 86.000 213 215 213 226 244 244 244
Schweden 7.897 11.515 13.407 16.900 23.000 32.000 40.029 62 85 91 118 104 155 155
Schweiz 1.700 2.081 3.628 6.820 7.163 9.600 10.300 61 78 56 106 110 126 126
Serbien und Montenegro 95 89 210 (Serbien) 210 (Serbien) 210 (Serbien) 210 (Serbien) 2 2 7 (Serbien) 7 (Serbien) 7 (Serbien) 7 (Serbien)
Singapur 119 238 238 2.444 2.656 5.348 5.577 1 1 1 3 5 5 4
Slowakei 286 286 337 426 426 426 823 7 7 7 7 7 7 7
Slowenien 38
Spanien 912 978 1.392 1.863 1.863 2.539 3.219 30 31 28 42 42 44 44
Südafrika 22 22 22 22 22 1 1 1 1 1
Südkorea 8.762 11.578 13.137 17.123 25.744 32.441 80 107 226 227 159 165
Tadschikistan 10.600 10.600 10.600 10.600 10.600 10.600 53 53 53 53 53 53
Tansania 3 3 3 31 31 1 1
Thailand 8.500 21.799 33.982 127.735 162.023 218.459 300.581 41 76 44 303 391 426 426
Trinidad und Tobago 4.000 3.500 3.500 3.500 3.500 4.500 4.500 13 10 13 10 10 9 9
Tschechien 455 615 660 1.230 1.755 2.700 3.475 16 24 16 33 37 33 33
Tunesien 2 34 34 34 34 2 2 2 2
Türkei 400 520 520 3.056 3.056 3.056 3.339 1 6 5 9 9 12 12
Ukraine 67.000 100.000 100.000 120.000 200.000 200.000 390.000 147 200 147 224 285 285 285
Ungarn 202 110 110 110 110 141 3 13 13 13 13 13
Uruguay 20 20 20 20
USA 146.876 146.876 110.000 110.000 112.000 123.000 1.340 1.340 1.100 1.300 1.000 1.000
Usbekistan 47.000 47.000 47.000 300.000 43 43 133 133
V.A.E 250 305 305 305 305 1.751 2 4 9 2 2 2
Venezuela 44.146 44.146 4.200 15.000 43.000 105.890 148 149 124 150 144 144
Vietnam 282 3
Weißrussland 5.500 5.500 5.500 5.500 5.500 4.600 24 24 24 24 24 24
Europäische Union (Gebietsstand 2010) 460.983 512.827 569.898 769.673 825.075 943.877 1.013.194 2.509 2.508
Total 4.595.709 5.769.682 7.394.505 9.394.544 11.355.785 12.674.402 15.192.844 10.695 14.654 16.513 18.202 18.154

Angabe der Erdgastankstellen beinhalten CNG und LNG-Stationen, die öffentlich, kommunal oder privat betrieben werden. Hausanschlüsse sind nicht miteingerechnet.

Quellen: NGV Group, NGVA, ENGVA, ANGVA, IANGV (* Stand: Dezember 2008, Angaben ohne Gewähr); Daten für 2010 http://www.iangv.org/tools-resources/statistics.html; Daten für 2011 http://www.iangv.org/current-ngv-stats/

Positionen von Autofahrerclubs & Regulierungsbehörde zu Erdgasfahrzeugen

ÖAMTC: Erdgas ist marktfähig, sofort einsetzbar & hat Umwelt- und Preisvorteile

Laut Veröffentlichung des ÖAMTC am 25. Juli 2013[16] ist Erdgas (Compressed Natural Gas - CNG) als Kraftstoff eine marktfähige und sofort einsetzbare Technologie mit Umwelt- und Preisvorteilen. Dennoch hat sich diese Alternative am Markt noch nicht durchgesetzt. Der ÖAMTC und der Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen (FGW) sowie Fiat, Opel und VW präsentierten am 25. Juli 2013 ein Forderungspaket an die nächste österreichische Bundesregierung. Unterstützt wurden sie dabei von der für die Strom- und Gaswirtschaft zuständige österreichische Regulierungsbehörde Energie-Control Austria (E-Control).

Forderungen von ÖAMTC, FGW, Fiat, Opel, VW und E-Control

  • Keine Kraftstoff-Steuer auf Erdgas bis 2025 ("Keine MÖSt auf Erdgas").
  • Eine Österreich-weite Anschaffungs-Förderung (z.B. NoVA-Befreiung) bis 2025, um Gleichpreisigkeit zu konventionellen Antrieben herzustellen.

Darüber hinaus befürworten die Partner eine Erdgasabgaben-Befreiung für in das Erdgasnetz eingespeistes und an anderer Stelle entnommenes Biomethan (in Anlehnung an die steuerliche Behandlung von Biodiesel und Bioethanol) sowie weitere Anreize zum Umstieg auf Erdgas-Pkw und andere alternativ angetriebene Pkw (z.B. Begünstigungen bei der KfZ-Steuer).

Standpunkte der politischen Parteien zu Erdgas-Kraftfahrzeugen

  • ÖAMTC-Mitgliedszeitschrift "auto touring" Sept. 2013 Seite 20:
"Nur die Spitzenkandidaten von ÖVP, FPÖ und BZÖ sind bereit, eine Garantie abzugeben, dass auf Erdgas (CNG) als alternativen Kraftstoff weiterhin keine Mineralölsteuer erhoben wird, um so die Anschaffung von Erdgas-betriebenen Fahrzeugen zu fördern."

Pro und Contra aus Sicht des ÖAMTC

Eines der wesentlichsten Argumente pro Erdgas liegt für den ÖAMTC in der hohen Wirtschaftlichkeit: Derzeit können um denselben Geldbetrag mit einem Erdgas-Pkw Strecken zurückgelegt werden, die um rund 50 Prozent (Diesel) bzw. 100 Prozent (Benzin) länger sind. Dennoch haben laut ÖAMTC-Umfrage viele Konsumenten Vorbehalte gegenüber Erdgas-Autos. Sie fürchten ein erhöhtes Explosionsrisiko bei Unfällen und Einschränkungen bei der Einfahrt in Garagen.

„Beides ist ungerechtfertigt. Ein Crashtest des ÖAMTC bestätigte die technische Sicherheit von Erdgas-Pkw. Einfahrtsverbote in Garagen beruhen auf der in einigen Bundesländern fehlenden Unterscheidung zwischen Flüssiggas und CNG. Hier haben einige Landes-Gesetzgeber Nachholbedarf“

betonte Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung,[16] eines von vielen Problemen mit den Landesgesetzen, das übrigens nicht mehr bestehen würde, wenn alle Landesgesetze durch Bundesgesetze ersetzt würden, wie dies im Artikel Landesgesetze dieses politischen Lexikons gefordert wird.

ADAC Crashtest: kein höheres Risiko bei Frontal- und Seitencrash

Der ADAC untersuchte, was bei einem Frontal- und Seitencrash in einem Erdgasfahrzeug passiert. Eindeutiges Resultat: Entwarnung, das Brandrisiko bei Erdgasfahrzeugen ist nicht erhöht. Auch bei Unfällen verhält sich das Gasmodell kaum anders als die Standard-Version. Wer sich für den umweltfreundlichen Kraftstoff entscheidet, muss diesbezüglich also keine Bedenken haben![17]

Der ARBÖ schägt steuerliche Anreize für Erdgasautos vor

"Es braucht einen Turbo, damit diese umweltfreundliche Antriebsart vorangetrieben wird", fordert ARBÖ-Generalsekretärin Mag. Lydia Ninz. Für einen bestimmten Zeitraum soll Erdgas von der Mineralölsteuer (MÖSt) befreit sein, auch die Normverbrauchsabgabe (NoVA) soll künftig für Erdgasautos nicht mehr bezahlt werden müssen. Die Vorteile von Erdgasautos wurden auch dem Vorstand der Energie-Control Austria vorgestellt. Vorstand Mag. (FH) Martin Graf, MBA zeigte sich in [18] überzeugt von den Potentialen:

„Nur knapp 2.000 von 4,6 Millionen in Österreich zugelassenen Pkw sind derzeit rein mit Erdgasantrieb unterwegs. Dazu kommen an die 1.300 Autos, die mit Benzin-/Erdgaskombination fahren. Bis dato fehlen klare Anreize, die Autofahrerinnen und Autofahrer zu einem möglichst kostenschonenden Umstieg bewegen, bietet Erdgas doch für Mensch und Umwelt massive Vorteile.“

Fällt künftig die NoVA beim Fahrzeugkauf weg, so können Konsumenten bei Fahrzeugmodellen im Golf-Segment an die 2.000 Euro sparen! Die Vorteile von Erdgas liegen klar auf der Hand: Die Vorkommen sind mindestens über die nächsten 70 Jahre gesichert. "Da es einen sehr hohen Wasserstoffgehalt und einen sehr niedrigen Kohlenstoffgehalt aufweist entsteht bei der Verbrennung in erster Linie Wasserdampf - der CO2-Ausstoß reduziert sich im Vergleich zu konventionellen Antrieben um bis zu 30 Prozent. Des Weiteren fährt man mit Erdgas nahezu feinstaubfrei", so Ninz. Auch was das Tankstellennetz in Österreich betrifft braucht man sich nicht sorgen, denn schließlich ist es mit 175 CNG-Tankstellen bereits sehr gut ausgebaut, berichtet der ARBÖ. Fahrzeuge mit Erdgasantrieb serienmäßig kaufen zu können ist ebenfalls gewährleistet: "Immer mehr Autohersteller bieten bereits Erdgas-Varianten ihrer Fahrzeugmodelle an. Auch eine nachträgliche Adaption lohnt sich allemal, schließlich kostet eine durchschnittliche Erdgas-Tankfüllung mit 20 Euro nur rund ein Drittel im Gegensatz zu vollen Benzin- und Diesel-Tanks", so die ARBÖ-Generalsekretärin. Der Chef der E-Control, Martin Graf ergänzt, dass "ja bereits seit vielen Jahren Anreize zur Errichtung von Erdgastankstellen gesetzt werden und erfolgreich wirken." Mittlerweile werden sogar von KFZ-Versicherungen zahlreiche Prämienvorteile und Zusatzleistungen geboten, wenn mit Erdgas gefahren wird. Darüber fördern die einzelnen Landesregierungen auf unterschiedlichste Art und Weise den Kauf von Erdgasautos: Von Tankgutscheinen bis zu Rückzahlungen nach Kauf oder Umrüstung werden gewährt. Daher reicht es dem ARBÖ nicht, dass allein 600 Euro (inklusive Erhöhungsbeitrag von 20 Prozent) CO2-Bonus durch den Staat gewährt werden.

„Ein Erdgasauto-Kauf ohne NoVA-Zahlung sowie das Aussetzen der MÖSt auf Erdgas wäre daher fair und animiert zur Anschaffung dieser umweltbewussten Technik", so Ninz abschließend.“

Weitere Informationen

Literatur

  • Hella Engerer, Manfred Horn: "Natural gas vehicles: An option for Europe", Energy Policy, Volume 38, Issue 2, February 2010, Pages 1017-1029
  • Gian Carle: "Erdgasfahrzeuge und ihr Beitrag zu einer CO2-Reduktion im Personenverkehr", Vdm Verlag Dr. Müller, Juli 2008, ISBN 3639040538
  • Ralf Wiesenberg: "Erdgas als Treibstoff für den Straßenverkehr als Chance für Energieversorgungsunternehmen. Eine Szenario-Analyse für die swb AG", 2000, ISBN 383000205X
  • Hans-Liudger Dienel, Dieter Flämig und Rolf Hanitsch Dienel: "Erdgas- und Elektrofahrzeuge in Berlin (Sondereinband)", 1999, ISBN 389404831X

Weiterführende Themen & Feedback

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ZfK Zeitung für Kommunale Wirtschaft, Ausgabe 2003, im Pressespiegel der Stadtverkehrsgesellschaft mbh Frankfurt (Oder); http://www.svf-ffo.de am 31. Mai 2005
  2. Statistik Austria 2009
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  9. http://www.iangv.org/tools-resources/statistics.html
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  11. OECD-Bericht 2013 übt Kritik an Zersiedelung: plädiert auch bei Pkw für kilometerabhängige Maut statt Vignette. Das Pendlerpauschale sollte abgeschafft werden, Kurier, 2. Juli 2013
  12. http://www.vpgautos.com/features/green-option/
  13. 13,0 13,1 13,2 Sind Dieselautos bald nichts mehr wert?, FORMAT.at, veröffentlicht am 23. 7. 2015 von Anneliese Proissl
  14. http://www.ngv.ch/pages/tankstellenpreise.php
  15. Gastipp.de 8. Oktober 2012: Über 100 Tankstellen mit 100 Prozent Biomethan
  16. 16,0 16,1 ÖAMTC: Alternative Erdgas: In veralteten Landesgesetzen fehlt in einigen Bundesländern die Unterscheidung zwischen Flüssiggas und CNG, 25.7.2013
  17. ADAC Crashtest: Kein höheres Risiko bei einem Frontal- und Seitencrash in einem Erdgasfahrzeug, abgerufen am 31. Juli 2013
  18. Der ARBÖ schägt steuerliche Anreize für Erdgasautos vor, 23. Juli 2013,
    Bisherige Anreize zum Umstieg zu wenig - Massive Vorteile für Mensch und Umwelt